SARAH WIENER UNTERWEGS IN ÖSTERREICH

zero one film

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WIEN: PIKANT (1)

ESSIG BRAUEN

Willkommen in Wiens Hexenküche: Familie Gegenbauer im 10. Bezirk gehört zu den letzten, die Essig in uralter Tradition brauen. Man zerquetsche Paradeiser (Tomaten), füge den Essigpilz, die sogenannte Essigmutter, hinzu und gebe dem sauren Gemisch Zeit zum Reifen. Ob Safran, Tomate oder Feige, in Wien macht man aus allem Essig. Er lagert monatelang in Glasballons: je älter, desto köstlicher!

 

 

 

STEIERMARK (2)

KÜRBISKERNE PRESSEN

Kein beliebiges Produkt, sondern eine Marke mit Tradition ist das Steirische Kürbiskernöl. In der Steiermark pressen über 2.000 Produzenten das grüne Gold. Sarah Wiener röstet Kerne in einer Mühle und presst Öl, mit dem sie ihren Nudelteig verfeinert. Nur hier gewinnt man das Öl mit dem charakterisch nussigen Geschmack – aus einer besonderen Kürbisart, deren Kerne sich wegen ihrer hauchdünnen Schale leichter pressen lassen.

 

NIEDERÖSTERREICH (3)

MARILLEN ERNTEN

Süße Knödel bereitet Sarah Wiener aus den ersten reifen Wachauer Marillen, die sie in Niederösterreich eigenhändig pflückt. Dort, wo die Aprikose Nationalobst ist, erfreut sich die süß-saure Frucht aus der Region Waldviertel solch großer Beliebtheit, dass ihr Name geschützt ist. Mehr als 200 Bauern pflanzen Marillenbäume an, um aus den Früchten den berühmten Marillenbrand herzustellen.

 

BURGENLAND (4)

FERKEL BRATEN

Die Mangalitzaschweine sind kein grobes Borstenvieh. Wegen ihrer Locken nennt man sie auch Wollschweine. Sie gehören zu den ältesten ungarischen Rassen und kamen im 19. Jahrhundert ins Burgenland. Nachdem sie in den 1950er Jahren aufgrund ihres hohen Fettanteils seltener gezüchtet wurden, galten sie fast als ausgestorben. Sarah Wiener serviert die Delikatesse als burgenländisches Sonntagsgericht: Bratfleisch mit Strauchtomaten.

 

TIROL (5)

SPECK RÄUCHERN

Wenn es keinen Kühlschrank gibt, dann muss geräuchert werden. Aus der Not haben die Tiroler vor langer Zeit eine Tugend gemacht; sie räuchern seit Generationen. Mit Konrad Kirchmair hängt Sarah Wiener den Speck in die Stube. Geheime Kräutermischungen und das Ruhen im Buchenrauch machen das „G’selchte“, so nennen die Österreicher das Geräucherte, zu einem Unikat und Tirol zur einzig wahren Speckheimat.

 

OBERÖSTERREICH (6)

WALLER FISCHEN

„Einen Waller fischt man mit dem Netz und nicht mit der Angel“, besagt eine alte Fischerweisheit. Mit ihr geht Sarah Wiener im Donautal auf Fischfang, denn sie soll Waller mit Schmorgurken servieren. Mundartlich ist der Waller der kleine Bruder des Wals: Weil er als größter Süßwasserfisch Europas bis zu 1,50 Meter lang und 50 Kilo schwer werden kann, gaben ihm die Österreicher einen Namen, der dem des großen Meeressäugers ähnelt.

 

VORARLBERG (7)

KÄSE MACHEN

Vorarlberg gilt als Land des Käses, denn hier gibt es über 40 Sorten. Sarah Wiener wird zur Hirtin: Auf Almen, die hier Sennen genannt werden, grasen die Vorarlberger Kühe. Ihre strenge Gräserdiät macht sich im Geschmack der Heumilch und dem Vorarlberger Alp- und Bergkäse bemerkbar. Als spezielle Form der Käseherstellung brachten die Schweizer das Sennen auf die Österreichische Alm – Sarah Wiener lernt, wie es funktioniert.

 

SALZBURG (8)

FASANE JAGEN

Im Salzburger Land heißt es für Sarah Wiener: „Die Jagdsaison ist eröffnet!“ Um ein passendes Tier für Fasanenbrust im Speckmantel zu schießen, geht sie aufs Feld – begleitet von erfahrenen Jägern. Die Salzburger lieben Bräuche, die sich um die Jagd ranken, wie das „Wilde Gjoad“, die „wilde Jagd“. Sie soll Glück in die Häuser bringen: In der Adventszeit ziehen Maskierte lärmend und polternd auf die Felder und durch die Straßen.

 

WIEN: SÜSS (9)

TRAUBEN PFLÜCKEN

Mit der weltweit größten innerstädtischen Rebfläche ist die Donaumetropole ein Spielplatz für Weinhauer. So nennt man Winzer, die unter anderem den „Gemischten Satz“ keltern, eine Weißweinspezialität mit Tradition. Sie wird nur in Wien aus etwa 20 Rebsorten erzeugt. Am Tag der Lese besucht Sarah Wiener die Winzerin Jutta Kalchbrenner in ihrem Weingarten, um den „Gemischten Satz” später zur Sachertorte zu kredenzen.

 

KÄRNTEN (10)

KIRCHTAGSSUPPE KOCHEN

Süßes oder Saures? Für Sarah Wiener gibt es in Kärnten beides. Dort duftet es nach Kirchtagssuppe und süßem Reindling, einer Mehlspeise, die man zum sauren Süppchen isst. Der Kirchtag ist das größte Brauchtumsfest Österreichs. In die Festtagssuppe gehören vor allem Sauerrahm und viel Fleisch. Jedes Dorf zelebriert sie mit eigenen Gepflogenheiten. Sarah Wiener feiert mit und stibitzt ein Suppenhuhn – ganz wie es der Brauch verlangt.

Kategorien: September 2011