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ZU TISCH IN … SERBIEN

Mirjana Momirovic

Mirjana Momirovic

DAS REZEPT

Ajvar – Paprikamus: 2 kg rote Paprika, 300 g Auberginen, etwa 300 ml Öl, Salz, Pfeffer, Essigessenz (25% Säure), etwa 2 TL Zucker. Gemüse im Ofen rösten, bis die Haut schwarz ist. Zugedeckt abkühlen lassen. Haut lösen, Schoten entkernen, Saft auffangen. Gemüse durch den Fleischwolf drehen, Öl dazugeben und 2 bis 3 Stunden unter Rühren bei geringer Hitze kochen, bis der Ajvar dickflüssig ist. Mit Salz, Pfeffer, Essigessenz und Zucker würzen. Ajvar schmeckt wunderbar als frischer Dip oder Aufstrich und kann wie Konfitüre in Gläser gefüllt und aufbewahrt werden. Prijatno – Guten Appetit!

 

DAS LAND

Auch wenn sich Serbiens Bevölkerung von den schweren Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre zu erholen versucht, leidet sie bis heute unter den politischen Spannungen. Seit der Auflösung Jugoslawiens kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen dem projugoslawischen Serbien und den angrenzenden Ländern, insbesondere Kosovo.

 

Geografisch bildet Serbien – von seinen Bewohnern als Tor zwischen Morgen- und Abendland bezeichnet – das Zentrum des Balkans. Dem Byzantinischen Reich, das im 9. Jahrhundert das orthodoxe Christentum auf der Balkanhalbinsel einführte, sowie der jahrhundertelangen Besetzung durch die Osmanen verdankt Serbien einen Großteil seines kulturellen Erbes. In Belgrad, einer der ältesten Städte Europas, ist der Einfluss von Orient und Okzident bis heute zu spüren, so auch in der größten Kirche Südosteuropas, der Sava-Kirche.

 

ZU TISCH

Die Serben essen gern – und sie essen gern ausgiebig. Bekannt für ihre große Gastfreundschaft, servieren sie bis zu sechsgängige Menüs. Die Balkanküche zeichnet sich durch ihre Vielfalt an stark gewürzten Grill- und Fleischgerichten aus. Kein Wunder also, dass Raznjicis, Fleischspieße, zu den Nationalgerichten des Landes zählen. Die weltbekannten Hackfleischbällchen Cevapcici stammen übrigens aus Serbiens Hauptstadt Belgrad. Besonders die Einflüsse aus der Türkei und Bulgarien sind in Speisen wie gefüllten Weinblättern und Baklava zu finden. Dabei gilt: Je weiter man nach Südosten gelangt, desto orientalischer wird es.

 

TYPISCH SERBIEN

Zu den kulturellen Botschaftern Serbiens gehört der Regisseur Emir Kusturica, der sich mit Filmen wie „Schwarze Katze, weißer Kater“ über das Lebensgefühl der Roma einen Namen machte und mit seiner Band die Balkanmusik auf internationale Bühnen bringt. Kontrovers wird Kusturica wegen seiner nationalistischen Sichtweise diskutiert.

Kategorien: Februar 2011