ZU TISCH IN ÄGYPTEN

DAS LAND

Mit rund 80 Millionen Einwohnern ist Ägypten eines der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. Im Nordosten des Kontinents gelegen, hat es eine drei Mal so große Fläche wie Deutschland und wird vom längsten Fluss der Welt durchzogen, dem Nil. Im Altägyptischen wurde Ägypten als das "Schwarze Land" bezeichnet, bezogen auf die fruchtbaren Böden des Nildeltas, im Gegensatz zum "Roten Land" der angrenzenden Wüste. Abgesehen von Ägyptens Häfen an den Küsten, bietet vor allem das fruchtbare Nildelta Grundlagen für die Besiedlung. Die kleine Nil-Insel Gabr in der Nähe von Luxor ist bekannt für ihren Obst- und Gemüsereichtum.

ZU TISCH

Ägypten hat eine Jahrtausende alte Esskultur, geprägt von arabischen und mediterranen Einflüssen mit edlen Gewürzen und aromatischen Kräutern. Da sich nicht alle Ägypter Fleisch leisten können, hat sich eine exquisite vegetarische Küche herausgebildet. In vielen Restaurants werden deshalb auch kleine vegetarische Beilagen zu Fleisch- oder Fischgerichten gereicht, beispielsweise Hummus, das Kichererbsenpüree, oder Baba Ghannung, eine Sesamsauce mit Auberginen. Fladenbrot gehört zu jedem Essen dazu. Die ländliche Bevölkerung und die Beduinen essen meist noch nach traditioneller Art auf dem Boden sitzend mit den Fingern.

TYPISCH ÄGYPTEN

Gewürze, Stoffe, Kunsthandwerk – in den verwinkelten Gassen der Städte kann man sich durch die Souks (Basare) treiben lassen, verführt von Farben und Gerüchen. Man findet die Märkte in jedem Stadtzentrum. Noch immer sind sie wichtige Orte für den Handel von Lebensmitteln und jeglichen Kunsthandwerk – und Handeln heißt Feilschen! Einst im gesamten Mittelmeerraum als Transportmittel bekannt, sieht man heute vor allem noch auf dem Nil die traditionellen kleinen, hölzernen oder mittlerweile aus Metall geschweißten Segelboote, die Feluken. Als Tourist kann man mit ihnen die Nilregion erkunden – das Angebot ist groß.

NÄHER DRAN

Das Leben in den Straßen ägyptischer Metropole bringt uns der Schriftsteller Nagib Mahfus (1911-2006) anschaulich in seinen Erzählungen näher. Mahfus ist einer der bedeutendsten Autoren der Gegenwart und gilt als Vater des ägyptischen Romans. Sein Lebenswerk umfasst auch viele Kurzgeschichten und Novellen. Aufsehen erregte sein Roman "Die Kinder unseres Viertels" (1959). 1988 erhielt Mahfus als bisher einziger arabischsprachiger Autor den Literaturnobelpreis. Das Ägyptische Museum in Berlin hat seit Oktober 2009 wieder geöffnet. Ein Highlight der Sammlung ist die weltberühmte Statue der Nofretete.

DAS REZEPT

Tajine Samak – Gebratener Fisch in Tomatensoße. Zutaten (4-6 Portionen): 4 Zwiebeln, 10 Knoblauchzehen, 1 kg Tomaten, 5-6 EL Olivenöl, 1 kg Süß- oder Salzwasserfisch, Salz, 1 TL Kreuzkümmel. Zwiebeln und Knoblauchzehen fein hacken und in Öl auf kleiner Flamme anschwitzen, bis sie glasig sind. Tomaten grob würfeln, dazugeben und einige Minuten einkochen. Währenddessen den Fisch in Scheiben schneiden und in eine Tonschale legen. Die Tomatensoße darüber gießen, mit Salz und frisch zerstoßenem Kreuzkümmel würzen und etwa 30 Min. bei ca. 180° C im Ofen backen. Mit Weißbrot (z.B. Fladenbrot) und Reis servieren.

RANDNOTIZ

Pyramiden: Die Pyramiden von Gizeh erheben sich auf einem Wüstenplateau am westlichen Stadtrand Kairos und gehören zu den ältesten Bauwerken der Menschheit. Sie sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Tee- und Kaffeehäuser: Ägypten ist Zentrum der arabischen Kaffeehauskultur. Nachmittags treffen sich vor allem Männer im Kaffeehaus, rauchen Shisha (Wasserpfeife), plaudern und spielen ägyptisches Backgammon oder Domino – in der Hektik der ägyptischen Metropolen sind es Orte des Rückzugs. Tabus: Da Ägypten ein islamisches Land ist, wird kein Alkohol in der Öffentlichkeit getrunken. Beim Essen mit den Händen werden Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand benutzt. Die linke Hand gilt als unrein. Der Austausch von intimen Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ist verpönt.

Kategorien: März 2010