ARTE

Gleichstellung bei ARTE

Das Engagement von ARTE zur Förderung der beruflichen Gleichstellung und der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft spiegelt sich sowohl im Unternehmen als auch im Programmangebot des Senders wider.

Dazu gehören folgende konkrete Maßnahmen:

Aktive Förderung der beruflichen Gleichstellung von Frauen und Männern

Dieser Aspekt der Personalpolitik wird je nach Land unterschiedlich gehandhabt: für ARTE Deutschland – das deutsche Mitglied der ARTE-Gruppe – gilt deutsches Recht, für die Zentrale ARTE GEIE und das französische Mitglied ARTE France gilt französisches Recht.

Die ergriffenen Maßnahmen betreffen Vergütung, Ernennungen und Beförderungen. Der Sender fördert proaktiv Frauen im Unternehmen. Im Rahmen der mit den Gewerkschaften abgeschlossenen Vereinbarungen über die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern umspannen die diesbezüglichen Selbstverpflichtungen abgesehen vom Ziel, sich bei den Führungskräften einer Parität zu nähern, u.a. den Zugang für Frauen zu langen Fortbildungen, Online- oder Fernschulungen sowie der Ausbau der Telearbeit zur besseren Vereinbarung von Berufs- und Privatleben.

Gleichstellungsindex

Das französische Gesetz schreibt Unternehmen mit mehr als 50 MitarbeiterInnen vor, sich jedes Jahr mit Blick auf die berufliche Gleichstellung zu bewerten. Sie sind verpflichtet, eine Reihe von Kennzahlen zu veröffentlichen, die die unternehmensinternen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen betreffen. So sollen ungerechtfertigte Gehaltsabweichungen abgeschafft und der Grundsatz „gleiche Arbeit, gleiches Gehalt“ umgesetzt werden. Hierfür wurde ein Gleichstellungsindex geschaffen.

Dieser setzt sich aus fünf Indikatoren zusammen. Sie betreffen die folgenden Kriterien: das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern, die individuelle Lohnentwicklung, Beförderungsmöglichkeiten, Gehaltserhöhungen nach Rückkehr aus dem Mutterschutz und der Präsenz von Frauen in den bestbezahlten Positionen im Unternehmen. Jedem dieser Kriterien wird ein Punktewert zugewiesen, maximal kann ein Wert von 100 Punkten erreicht werden.

Dieser Index ergab 2020 für ARTE Folgendes:

Gleichstellungsindex ARTE GEIE (Unternehmenssitz) : 91/100

  1. Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bezahlung: 36/40 Punkte
  2. Gleichstellung bei der individuellen Lohnentwicklung: 20/20 Punkte
  3. Gleichstellung in der Verteilung von Beförderungen: 15/15 Punkte
  4. Anteil der Mitarbeiterinnen, die nach Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub eine Gehaltserhöhung erhalten haben: 15/15 Punkte
  5. Präsenz von Frauen in den zehn bestbezahlten Positionen des Unternehmens: 5/10 Punkte

Gleichstellungsindex ARTE France: 99/100

  1. Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bezahlung: 39/40 Punkte
  2. Gleichstellung bei der individuellen Lohnentwicklung: 20/20 Punkte
  3. Gleichstellung in der Verteilung von Beförderungen: 15/15 Punkte
  4. Anteil der Mitarbeiterinnen, die nach Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub eine Gehaltserhöhung erhalten haben: 15/15 Punkte
  5. Präsenz von Frauen in den zehn bestbezahlten Positionen des Unternehmens: 10/10 Punkte

 

Bekämpfung von sexueller Belästigung und von Sexismus

ARTE GEIE unterzeichnete zusammen mit ARTE France und rund zwanzig anderen öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Medienunternehmen einen auf Initiative des französischen Vereins Pour les femmes dans les médias (dt.: „Für Frauen in Medien“) entworfenen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von sexueller Belästigung und von Sexismus. Mit Unterzeichnung dieser Charta verpflichtet sich ARTE insbesondere:

  1. MitarbeiterInnen darüber aufzuklären, was unter sexueller Belästigung und sexistischem Verhalten zu verstehen ist und wie derartige Handlungen geahndet werden;
  2. eine Anlaufstelle einzurichten, die Opfer und Zeugen unzulässiger Verhaltensweisen anhört und unterstützt;
  3. Erfolgsmethoden mit anderen Medienunternehmen zu teilen, die die Charta unterzeichnet haben.

 

Einrichtung von Instrumenten mit Blick auf die Förderung der Parität und die Präsenz von Frauen in den Programmen

  • Das Spielfilm-Auswahlkomitee von ARTE France ist paritätisch und besonders darauf bedacht, den Frauenanteil unter den AutorInnen und RegisseurInnen zu erhöhen.
  • ARTE hat in seinem Unternehmensplan die Verpflichtung verankert, auf ein besseres Gendergleichgewicht bei den ExpertInnen, die als Studiogäste in Fernsehsendungen eingeladen werden, sowie bei den AutorInnen für die ARTE-Programme zu achten.
  • Die Programmgestaltung des europäischen Online-Filmfestivals ARTE Kino Festival ist strikt paritätisch, und ARTE unterstützt die Aktionen des Netzwerks „50/50“, das sich für mehr Gleichberechtigung und Diversität in der Filmbranche einsetzt.
  • Die zentrale tägliche Nachrichtensendung wird von Frauen moderiert:
    • ARTE Journal“: moderiert im Wechsel von Rebecca Donauer, Annette Gerlach, Nazan Gökdemir, Carolyn Höfchen und Anja Waltereit.
  • Überhaupt stellen Frauen bei den ARTE-Sendungen die Mehrheit:
    • Mit offenen Karten“: moderiert von Émilie Aubry seit dem Tod des emblematischen Sendungsgründers Jean-Christophe Victor;
    • Stadt Land Kunst“: Linda Lorin;
    • Thema“: Émilie Aubry, Andrea Fies und Thomas Kausch;
    • ARTE Reportage“: Andrea Fies und William Irigoyen;
    • Vox Pop“: Nora Hamadi seit Herbst 2018;
    • ARTE Journal Junior“: moderiert im Wechsel von drei Frauen und zwei Männern (Jakob Groth, Dorothée Haffner, Stefanie Hintzmann, Magali Kreuzer und Frank Rauschendorf).
    • Kreatur“, ein feministisches, vierteljährliches Web-Magazin, präsentiert von Rebecca Donauer und Marie Labory.
    • Twist“, ein Kulturmagazin präsentiert von Bianca Hauda und Romy Straßenburg

Ein kontinuierliches Engagement gegenüber Autorinnen, Regisseurinnen und Produzentinnen, die mit ihren Filmen das Verständnis für die Lebensbedingungen von Frauen in allen Ländern der Welt verbessern und damit dabei helfen, Klischees auszuräumen

  • Auch die jüngst an ARTE-Koproduktionen vergebenen Preise zeugen von diesem Engagement: Anne Poiret (Mossul, nach der der Schlacht – FIGRA Sonderpreis der Jury 2020), Gabriela Sperl und Miriam Klein (The Love Europe Project – Grimme-Preis 2020), Maren Ade (Toni Erdmann – Europäischer Filmpreis 2016), Maryam Ebrahimi (Iran-Irak: Die Kamera als Waffe (Stronger than a bullet) – FIPA d’Or 2018), Barbara Miller (#Female Pleasure – Goldene Romy für den besten Dokumentarfilm 2019) und Agnès Varda (Augenblicke: Gesichter einer Reise – Ehrenoscar für Agnès Varda).
  • Frauen sind auch häufige Protagonistinnen in unseren Programmen, so etwa in Boko Haram: Das Trauma der Chibok-Mädchen von Gemma Atwal über das Leid nigerianischer Frauen. Weitere ARTE-Dokumentationen hinterfragen den Blick der Gesellschaft auf die Rolle der Frau, z.B. Kinderlos, meine Wahl von Colombe Schneck, und thematisieren Gewalt in der Ehe mit Private Violence von Cynthia Hill. Aber ARTE zeigt auch positive Beispiele, wie in der Dokumentation Ich will! Frauen im Topmanagement von Marita Neher über die Karriere von drei Managerinnen, oder in Rachels Rettungsdienst – Ultraorthodoxe Jüdinnen im Einsatz von Paula Eiselt über die Geschichte einer New Yorkerin, die sich über die partriarchalische Struktur ihrer chassidischen Gemeinschaft hinwegsetzt.
  • Auch im Genre Fernsehfilm/Serie kommen Frauen bei ARTE nicht zu kurz: Manon, 20 Jahre (Manon 20 ans) schildert den Weg einer jungen Frau nach ihrer Entlassung aus einer Erziehungsanstalt; Detective Robin ist auch in der zweiten Staffel von Top Of The Lake die Protagonistin; die Webserie Loulou dreht sich um das bewegte Leben einer 29-jährigen Pariserin; die TV-Serie Bad Banks von Lisa Blumenberg (Idee und Produktion) handelt von der jungen Bankerin Jana und den Abgründen der Finanzbranche. Als Hommage and Claire Bretécher zeigte ARTE sämtliche Folgen der Kultserie Aggripine.
  • Bei den Spielfilmen sind nicht zuletzt Mustang von Regisseurin Deniz Gamze Ergüven über den Widerstand von fünf Schwestern gegen das Patriarchat in einem Dorf in der türkischen Provinz und Drei Tage in Quiberon von Emily Atef mit einem Porträt der Schauspielerin Romy Schneider erwähnenswert.