ARTE

Finanzierung | Wie wird ARTE finanziert?

Als öffentlich-rechtlicher Sender finanziert ARTE sich zu 95 % über den in Deutschland und Frankreich erhobenen Rundfunkbeitrag. Der Sender strahlt keine Werbung aus, eine Teilfinanzierung durch Sponsoring ist jedoch zulässig.

Die Organisation von ARTE

ARTE ist eine europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (Groupement Européen d’Intérêt Économique, abgekürzt GEIE), die aus den Mitgliedern ARTE France und ARTE Deutschland TV GmbH mit seinen Gesellschaftern ARD und ZDF besteht. ARTE Deutschland und ARTE France finanzieren gemeinsam und zu gleichen Teilen den Gesellschaftssitz von ARTE GEIE in Straßburg und liefern jeweils 40 % des Programms. Dabei unterliegen sie den jeweiligen nationalen Bestimmungen zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die restlichen 20 Prozent des Programms kommen von ARTE GEIE und den europäischen Partnersendern. Für die Untertitelung und Verbreitung von Inhalten auf Englisch, Spanisch, Polnisch und Italienisch erhält ARTE zudem Fördermittel von der EU.

Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und Frankreich

In Deutschland bildet der gesetzlich festgelegte Rundfunkbeitrag die Finanzierungsgrundlage der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mit ihren neun Landesmedienanstalten, Digitalkanälen und Radiosendern. Als Gesellschafter von ARTE Deutschland finanzieren ARD und ZDF so jeweils zur Hälfte den Haushalt von ARTE Deutschland.

Der Rundfunkbeitrag ist auf der Grundlage eines Solidarmodells gestaltet, um sicherzustellen, dass die öffentlichen Medienanstalten ihren im Medienstaatsvertrag (MStV, früher: Rundfunkstaatsvertrag) festgelegten Auftrag erfüllen können. Dieser besteht grundlegend darin, ein unabhängiges und vielfältiges Angebot an Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung für möglichst viele Menschen zu gewährleisten.
Der pauschale Rundfunkbeitrag von 18,36 € pro Monat ist geräteunabhängig pro Haushalt zu entrichten. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Personen in einer Wohnung leben oder wie viele Rundfunkgeräte – darunter fallen auch Radios, Fernseher, Computer, Tablets oder Smartphones – dort vorhanden sind. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Institutionen beteiligen sich mit angepassten Beiträgen ebenfalls an der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dabei ist die Höhe für gemeinnützige Einrichtungen, wie Kindergärten, eingetragene Vereine oder Pflegeheime, beispielsweise auf ein Drittel des Grundbetrags pro Monat und Betriebsstätte begrenzt.
Das Modell des geräteunabhängigen Rundfunkbeitrags und der gemeinsame Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio haben 2013 die früheren Rundfunkgebühren sowie die ehemalige Gebühreneinzugszentrale (GEZ) abgelöst.

Das Verfahren zur Ermitt­lung des Finanz­bedarfs der Medienanstalten und die Höhe des Rundfunk­beitrags sind im Rundfunk­finanzierungs­staats­vertrag (RFinStV) geregelt. Die Höhe des Rundfunkbeitrags wird zunächst von der unabhängigen Kommission zur Überprüfung und Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) nach Überprüfung des Bedarfs der einzelnen Rundfunkanstalten für vier Jahre vorgeschlagen und anschließend von den Bundesländern gesetzlich festgelegt. ARTE Deutschland ist der Ansprechpartner der KEF im Gebührenfestsetzungsverfahren und zuständig für alle Fragen, die in den entsprechenden Arbeitsgruppen behandelt werden.

In Frankreich wurden die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bislang durch den Rundfunkbeitrag (contribution à l’audiovisuel public) finanziert. Der Betrag von 138 € pro Jahr war von allen Haushalten zu entrichten, die ein Fernsehgerät besitzen. Die Abgabe finanzierte die fünf öffentlichen französischen Medienanstalten: France Télévisions, ARTE France, Radio France, France Médias Monde und das Institut national de l’audiovisuel. Ihr Auftrag ist, dem Publikum ein breites, qualitativ hochwertiges, vielfältiges Programm zu bieten, das bildet, informiert und unterhält. Die Finanzierung der Medienanstalten sind in einer mehrjährigen Ziel- und Mittelvereinbarung (COM — Contrat d’objectifs et de moyens) festgelegt, die mit dem französischen Staat abgeschlossen wird.

ARTE France unterliegt aktuell einer für den Finanzierungszeitraum 2020-2022 unterzeichneten Ziel- und Mittelvereinbarung. Sie berücksichtigt die besondere Stellung von ARTE in der Medienlandschaft und bestätigt die strategischen Leitlinien für die kommenden Jahre, die ARTE in seinem Unternehmensplan festgelegt hat: sein hochwertiges redaktionelles Angebots fortzuführen und die digitale Verbreitung seiner Inhalte auszubauen, ein breiteres Publikum in Europa zu erreichen und europäische Programminhalte zu stärken, ein verantwortungsbewusstes und innovatives Unternehmen zu sein.

2022 wurde der französische Rundfunkbeitrag in seiner aktuellen Form abgeschafft. Die Abgabe wird bis Ende 2024 durch einen Teil der Mehrwertsteuer ausgeglichen.

Das Budget von ARTE GEIE

Die Finanz- und Verwaltungsautonomie von ARTE GEIE

Der Gesellschaftssitz ARTE GEIE in Straßburg, ARTE Deutschland und ARTE France sind rechtlich gesehen drei eigenständige Unternehmen, die jeweils eine eigene Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie einen eigenen Geschäftsbericht vorlegen müssen. ARTE GEIE genießt Finanz- und Verwaltungsautonomie.

Deutsche und französische Anteile am Programmvolumen

Die beiden Mitglieder ARTE France und ARTE Deutschland liefern den gleichen Umfang an Programmen. Entsprechend der Organisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der spezifischen Produktionsformen in Deutschland und Frankreich handelt es sich dabei entweder um Eigenproduktionen oder um Programmankäufe. Der Anteil der ausgestrahlten Programme entspricht der Aufteilung der zu liefernden Programme von 40 % für jedes Mitglied, die restlichen 20 % liefern ARTE GEIE und die europäischen Partner.

Mitgliederbeitrag zum Budget von ARTE GEIE

ARTE GEIE wird von beiden Mitgliedern ARTE France und ARTE Deutschland paritätisch finanziert. Die in der Mitgliederversammlung vertretenen deutschen und französischen Mitglieder verabschieden den Wirtschaftsplan von ARTE GEIE.

Wirtschaftsplan von ARTE GEIE in Mio. EURO (2021)
Erträge Beitrag ARTE France
Beitrag ARTE Deutschland
Eigenerträge
Gesamt
67,523
67,523
6,605
141,652
Aufwendungen  Programm
Personal
Investitionen
Betriebsaufwand
Ausstrahlung
Europäische Projekte
Gesamt
73,724
45,361
5,229
11,100
5,066
1,171
141,652
Wirtschaftsplanabrechnung 0,00

 

Sponsoring

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender ARTE ist werbefrei, erzielt aber Zusatzeinnahmen durch Sponsoring.

> Mehr Informationen über Sponsoring bei ARTE

 

Kofinanzierung EFRE

Ein Projekt zur Optimierung der Beleuchtung am Gesellschaftssitz von ARTE GEIE wird von der Europäischen Union im Rahmen des Operationellen Programms 2014-2020 des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Das Ziel ist, durch die Umstellung auf LED-Technologie den Stromverbrauch der Beleuchtung im Studio und in den Büros zu reduzieren.

Voraussichtliche Kosten des Projekts: 523 465 €
Finanzierung aus EFRE-Mitteln: 51 569.27 €
Finanzierung Region Grand Est: 51 569.27 €
Eigenmittel: 412 554.15 €


Datum:

23. September 2022