Aktuelles und Gesellschaft

Venezuela: Zuspitzung des Machtkampfes

Seit einem Jahr tobt in Venezuela ein Machtkampf zwischen Präsident Maduro und dem oppositionellen Parlamentspräsidenten Guaido: Bei Massenprotesten gegen den linksnationalistischen Staatschef erklärte Guiado sich zum Interimspräsidenten und wurde von den USA und einer Reihe westlicher und lateinamerikanischer Staaten auch anerkannt. Maduro hatte im Januar 2019 zwar offiziell seine zweite Amtszeit angetreten, doch der größte Teil der Opposition hatte die Präsidentschaftswahl boykottiert und erkennt das Ergebnis eben so wenig an, wie die EU, die USA und zahlreiche lateinamerikanische Länder. Das Militär hingegen stellte sich hinter Maduro. Bei der Neuwahl des Parlamentspräsidenten im Januar 2020 haben Polizisten Guaido daran gehindert, ins Gebäude zu gelangen - es kam zu einer beispiellosen Doppelabstimmung, über die sich sowohl Guaido als auch der Maduro-Anhänger Luis Parra gleichzeitig zum neuen Parlamentspräsidenten wählen ließen. Venezuela steckt schon lange in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Millionen Menschen dazu getrieben hat, ihr Heimatland zu verlassen. Experten sprechen von der wohl größten Flüchtlingskrise in der Geschichte von Lateinamerika.
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