Richard Strauss: SalomeChristof Loy inszeniert in Helsinki

Ein schwacher König, seine willensstarke Stieftochter, ein geheimnisvoller Prophet – Es ist ein Netz aus Lust und Verführung, das Oscar Wilde mit „Salome“ beschrieb und das Richard Strauss in Musik übersetzte. Doch die Salome, die Regisseur Christof Loy an der Finnischen Nationaloper zeichnet, definiert sich weder über ihr Geschlecht noch ihre Sexualität. Es dirigiert Hannu Lintu.

Herodes Antipas zählt zu den großen Bösewichtern der Bibel. Er verstößt seine Frau und heiratet Herodias, die Frau seines Halbbruders. Gleichzeitig stellt der lüsterne Monarch Herodias' Tochter Salome nach.  Als der Prophet Jochanaan (Johannes der Täufer) Herodes des doppelten Ehebruchs beschuldigt, lässt der König ihn in einer Zisterne gefangen halten. Die junge Salome hört mit sinnlichem Schaudern die Prophezeiungen des geheimnisvollen Mannes und wird neugierig. Sie lässt Jochanaan aus dem Verließ zu sich führen. Als der Prophet ihre Avancen zurückweist, bringt sie Herodes dazu, ihr den Kopf des Jochanaan auf einem Silbertablett zu servieren.

Oscar Wildes Tragödie "Salomé" erschien 1891 in Frankreich und gilt als eines der Hauptwerke der sogenannten englisch-französischen Décadence. Für seine Oper übernahm Richard Strauss Wildes Text in der deutschen Übersetzung der Dichterin Hedwig Lachmann. 1905 am Königlichen Opernhaus Dresden uraufgeführt, sollte "Salome" dem Komponisten zum Durchbruch verhelfen.


Für seine Inszenierung an der Finnischen Nationaloper in Helsinki versucht Christof Loy eine neue Interpretation der legendären Hauptfigur. „Ich persönlich sehe Salome als einen Menschen, der sehr wohl weiß, wie Männer auf sie reagieren, der aber auch versucht, seine Sexualität zu verbergen.“, erklärt der Regisseur. „Salome ist scharfsinnig, intelligent und witzig. Diese Eigenschaften wurden im Laufe der Jahre der Rezeptionsgeschichte immer heruntergespielt.“

Die litauische Sopranistin Vida Miknevičiūtė hat sich einen Namen als Sängerin von Wagner- und Strauss-Rollen gemacht. In Helskinki singt sie die Titelpartie der Salome an der Seite von Nikolai Schukoff (Herodes), Karin Lovelius (Herodias) und Andrew Foster-Williams (Jochanaan). Hannu Lintu dirigiert Strauss‘ berühmte Partitur in seiner Auftakt-Spielzeit als neuer musikalischer Leiter der Finnischen Nationaloper.

Aufzeichnung vom 7. April 2022 aus der Finnischen Nationaloper, Helsinki.

Foto: Heikki Tuuli

Mit

  • Vida Miknevičiūtė (Salome)

  • Mihails Culpajevs (Narraboth)

  • Nikolai Schukoff (Herodes)

  • Karin Lovelius (Herodias)

  • Andrew Foster-Williams (Jochanaan)

  • Elli Vallinoja (Herodia's Page)

Komponist/-in

Richard Strauss

Inszenierung

Christof Loy

Fernsehregie

Tiina Siniketo

Dirigent/-in

Hannu Lintu

Orchester

Orchestre de l'opéra national de Finlande

Land

  • Frankreich

  • Finnland

Jahr

2022

Dauer

106 Min.

Verfügbar

Vom 13/05/2022 bis 12/05/2023

Genre

Bühne und Konzert

In Partnerschaft mit

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