Das Salz Swanetiens

Nächstes Video

63 Min.
Verfügbar vom 17/05/2021 bis 22/06/2021
Nächste Ausstrahlung am Dienstag, 25. Mai um 00:40
In expressiven Bildern gefilmtes Porträt (1930) eines Volkes, das abgeschieden in den kaukasischen Bergen lebt, und seines Alltags, der von Armut und Aberglauben gekennzeichnet ist. Michail Kalatozovs Film ist weder Spiel- noch Dokumentarfilm, sondern vereint Kulturfilm und verschiedene Handlungselemente. Er gilt als früher Meilenstein des ethnographischen Films.
Während in anderen Regionen der Sowjetunion zum Ende der 1920er Jahre schon die Moderne Einzug gehalten hat, ist das Leben in Oberswanetien, einem Hochgebirgstal im Kaukasus (heutiges Staatsgebiet Georgien), noch von uralten Traditionen und Bräuchen geprägt. Die Bewohner pflegen ihren Alltag in der von imposanten Wehrtürmen umgebenen Gemeinde und leben von der Schafzucht und der Arbeit im Steinbruch. Aufgrund der Witterungsbedingungen ist das Tal die meiste Zeit des Jahres von der Außenwelt abgeschnitten, was die Beschaffung des für Mensch und Tier lebenswichtigen Salzes zu einer gefahrvollen Aufgabe macht. Eine neue Straße soll Abhilfe schaffen.
Kalatozov kam es bei seinem Debütfilm auf starke, emotionalisierende Bilder an, die das harte Leben und die tief verwurzelte Spiritualität in der Gebirgsregion zeigen. Sein dokumentarisches Interesse ordnete er der visuellen Komposition unter. Zusammen mit seinem Kamerakollegen Salva Gegelasvili fand er eine expressive, avantgardistische Bildsprache, die umgehend die sowjetrussische Zensur auf den Plan rief. Der Vorwurf: Die ideologische Aussage sei zu schwach und werde von den starken Bildern dominiert. Trotz der Konzessionen, die der Regisseur bei der Endfertigung des Films gemacht hat, verschwand der Film 1930 aus den sowjetrussischen Kinos.
Eine Kopie hat sich im Österreichischen Filmmuseum erhalten, diese wurde vom Filmmuseum München umfassend digital restauriert. Die neue Musik der ukrainischen Komponistin Masha Khotimski (geboren 1980) entstand im Auftrag der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und verwendet georgische Chöre.

  • Regie :
    • Michail Kalatozov
  • Drehbuch :
    • Sergej Tret'jakov
  • Produktion :
    • Filmmuseum München
    • Goskinprom Gruzii
    • Sakhkinretsvi
  • Kamera :
    • Michail Kalatozov
    • Salva Gegelasvili
  • Musik :
    • Masha Khotimski (2014)
  • Restaurierung :
    • Filmmuseum München
  • Land :
    • Georgien
  • Jahr :
    • 1930
  • Herkunft :
    • ARTE