Musiker aus aller Welt spielen La Paloma#6 Ravi Srinivasan

7 Min.
Verfügbar vom 10/05/2021 bis 05/11/2021
15 Musiker*innen komponieren den Dulab Alpaloma: Ravi Srinivasan ist einer von ihnen. Geboren in Singapur, aufgewachsen in Malaysia, ausgebildet in westlicher klassischer und indischer Musik: Ravi Srinivasan ist ein (nicht nur) musikalischer Weltbürger. Hören Sie, wie er La Paloma schlägt und pfeift und zu welchen Plänen Corona ihn inspiriert hat.
Ravi Srinivasan, in Singapur geboren, spielt Tabla, Tabla Tarang und Perkussion, singt (Khayal-Gesang) und pfeift. Er wuchs in einer anglo-indischen Familie in Malaysia auf und lernte zunächst klassische westliche Musik auf der Geige. Er arbeitete in Malaysia und England als Orchestermusiker, kam später zum Jazz, begann zu komponieren und studierte Tabla bei Kamalesh Maitra in Berlin. Seine Bühnenpräsenz und sein weiter musikalischer Horizont machen ihn zu einem ungemein vielseitigen und kreativen Musiker. Ravi Srinivasan gastierte in den USA, Russland und Malaysia und bei bedeutenden Festivals in Europa und in Indien. Er spielt in verschiedensten Jazz-, Folk- und Weltmusikformationen, begleitet indischen Kathak-Tanz und Raga-Musik und wirkt in Musiktheaterproduktionen mit.

***

Wie wird aus der Melodie La Paloma ein Dulab? 
Über einen Zeitraum von drei Wochen, jeweils von Montag bis Freitag, lernen wir die Musiker kennen. Jeden stellen wir musikalisch vor mit seiner Version der Melodie und mit einer Variation, die er zu einer Variation eines anderen Musikers spielt. 
Das Besondere an unserem Dulab ist, dass die Musiker*innen aus völlig unterschiedlichen musikalischen Traditionen stammen. Von Klassik bis Jazz, von Neuer Musik bis Elektro, vor allem aber auch: aus Traditionen jenseits der europäischen Musik, z. B. aus China oder Singapur. Jeder Musiker interpretiert die Melodie auf seine Art, dies teils auf Instrumenten, die in Europa kaum bekannt sind. Viele sind mit den Mitteln der Improvisation vertraut – das klingt manchmal dann schon ganz schön abgefahren. 
Die meisten der beteiligten Musiker*innen leben in Deutschland, in Berlin – haben also einen migrantischen Background. Niemand sollte sich täuschen lassen: Auch wenn etliche Namen einem vermutlich nichts sagen – es handelt sich um absolute Meister ihres Fachs. Unser Dulab ist nicht nur eine Wundertüte an musikalischen Sprachen und Ausdrucksweisen, sondern auch der Beweis dafür, dass unterschiedlichste Musiker miteinander etwas Neues erschaffen können, ohne dass der eine sich dem anderen musikalisch unterwerfen müsste. 
Jeder Clip ist gleich aufgebaut: am Anfang spielt der Musiker die Melodie von La Paloma allein oder mit Begleitung, am Ende die Variation bzw. freie Improvisation. Dazwischen befindet sich ein kurzes Interview mit dem jeweiligen Musiker. Und zwar darüber, wie er oder sie zur Musik oder nach Deutschland kam, was sein Instrument ihm oder ihr bedeutet, oder über den Ort, an dem er gerade La Paloma spielt. Es handelt sich um einen Lieblingsort, den der Musiker selbst ausgesucht hat (unter den Bedingungen von Corona) – und zu dem er bisweilen eine kurze Geschichte erzählen möchte.
Das große Finale: Die Komponistin Cathy Milliken wird aus all der aufgezeichneten Musik zusammen mit Dietmar Wiesner eine völlig eigenständige Komposition kreieren. 


Foto © Uli Aumüller


  • Regie :
    • Uli Aumüller
  • Komponist/-in :
    • Cathy Milliken, Dietmar Wiesner (Komposition/Musikalische Leitung)
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2021