Alexander Hawkins & Siska: „SUNNOSPHERE“Jazzfest Berlin

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57 Min.
Verfügbar vom 08/11/2020 bis 07/11/2021
Das Jazzfest Berlin hat den britischen Pianisten Alexander Hawkins zu einer interdisziplinären Kooperation mit dem in Berlin lebenden visuellen Künstler und Rapper Siska beauftragt.

Der über stilistische Einschränkungen erhabene britische Pianist Alexander Hawkins – bewährter Mitstreiter von u. a. Louis Moholo-Moholo, Evan Parker und Anthony Braxton – vereint für einen Kompositionsauftrag des Jazzfest Berlin seine kreativen Kräfte mit dem libanesischen, in Berlin ansässigen Rapper und bildenden Künstler Siska. Dabei trifft die von Hawkins komponierte und von einer überragenden internationalen Besetzung interpretierte Musik auf Siskas arabischen Rap, während Siskas Installation visuelle Atmosphären wie aus einer anderen Welt entstehen lässt. Mit dabei der britische Holzbläser Shabaka Hutchings (The Comet is Coming, Sons of Kemet), Trompeterin Lina Allemano aus Toronto und Berlin, der britische Elektronik-Zauberer Matt Wright und der allgegenwärtige Wahlberliner Petter Eldh am Bass (Koma Saxo, Y-Otis). Siska nutzt drei analoge Projektoren, um seine „found films“ mit Themen aus der – durch die COVID19-Pandemie aktuell reliefartig hervortretenden – natürlichen Welt auf eine alte, sich drehende Discokugel zu projizieren. Die Bilder werden von dieser kleinen künstlichen Sonne zitternd und schillernd in Formen abstrahiert, die den Raum mit Licht und Bewegung füllen. Im Titel des Werks hallt einerseits dieser Prozess nach, andererseits bezieht er sich auf die zwei maßgeblichen musikalischen Einflüsse: Sun Ra und Thelonious „Sphere“ Monk. Matt Wright bearbeitet elektronisch den klanglichen Output seiner Kollaborateure, spiegelt dadurch die Wirkung der Discokugel und lässt eine verzerrte Form des Live-Sampling entstehen, während Eldh aus seiner eigenen Arbeit vor allem für seine kreative Auseinandersetzung mit schillernden Jazz-Hip-Hop-Hybriden bekannt ist. 

Die Pandemie macht das Projekt noch experimenteller als ursprünglich angelegt: Bei „SUNNOSPHERE“ von Alexander Hawkins und Siska können nicht alle Künstler*innen live in Berlin auftreten. Was aber nicht heißt, dass ein Zusammenspiel nicht möglich ist. Per Algorithmus aus der Feder Matt Wrights werden nicht nur fragmentarische Studioaufnahmen der Londoner Musiker, sondern auch elektronische Echtzeit-Interventionen in den musikalischen Prozess eingespeist, wodurch überraschende Wendungen im Konzert in Berlin quasi vorprogrammiert sind.

Alexander Hawkins - composition, musical direction, piano
Siska - visuals, artistic direction, vocals
Petter - Eldh bass
Shabaka Hutchings - tenor sax, clarinet
Lina Allemano - trumpet
Matt Wright - electronics


  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2020