Igor Levit und Alan Gilbert aus der ElbphilharmonieWerke von Adès, Schostakowitsch und Beethoven

Nächstes Video

90 Min.
Verfügbar vom 30/06/2020 bis 25/09/2020
Alan Gilbert und Igor Levit mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester mit Werken von Adès, Schostakowitsch und Beethoven

Programm:

Thomas Adès: Chamber Symphony
Dimitri Schostakowitsch: Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester c-Moll op. 35
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60


Nun darf endlich wieder gemeinsam musiziert werden, wenn auch mit den gebotenen Abstands- und Hygienemaßnahmen und ohne Publikum:

Am 26. Juni dirigiert Alan Gilbert das NDR Elbphilharmonie Orchester zum virtuellen Saisonabschluss im Großen Saal der Elbphilharmonie und führt als Moderator auch persönlich durchs Programm. Als Solist ist Star-Pianist Igor Levit eingeladen, der während des Corona-Aufführungsstopps mit seinen gestreamten Hauskonzerten für Furore sorgte.

Der britische Komponist Thomas Adès komprimierte die traditionell 4-sätzige Sinfonie mit genialem Stilmix zu einem einzigen Satz von nur 13 Minuten Spieldauer. Mit gerade mal 15 Instrumentalisten erzielte Adès in seiner „Chamber Symphony“ einen ungeheuren klanglichen und charakterlichen Reichtum, dass man fast vergisst, dass rund 50 Musiker und ebenso viele Minuten Spieldauer für eine „ordentliche“ Sinfonie fehlen …    

Wie kaum ein anderer sowjetischer Komponist sah sich Dimitri Schostakowitsch in der Stalin-Ära gezwungen, den Balanceakt zwischen staatlich verordneter Ästhetik und persönlichen künstlerischen Zielen zu meistern. In dieser Lage war es nicht selten der Humor, der über Verzweiflung und Mutlosigkeit hinweg zu trösten half. Ein Beispiel dafür ist das Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester, das 1933 in einer kurzen Phase kulturpolitischer Entspannung entstand. Mit ansteckender Begeisterung für die Parodie und den musikalischen Witz zieht der Komponist hier so manchen Vorgänger durch den Kakao, wobei er sich nicht nur an der Spielfreude, sondern auch an der kleinen Orchesterbesetzung früherer Jahrhunderte orientiert.

Beethovens Vierte Sinfonie quillt fast über vor Ideen und Lebensfreude. Robert Schumann bezeichnete sie einmal als „griechisch-schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen“, womit er die heroischen Nachbarsinfonien Nr. 3 und 5 meinte. Wer genau hinhört, wird aber auch in der scheinbaren Heiterkeit der Vierten zahlreiche Abgründe entdecken. Und so hat man fast den Eindruck, Beethoven wolle noch uns heutigen Zuhörern zurufen, dass alles unbeständig ist: das Glück genauso wie das Unglück. Und dass alles schließlich einen guten Ausgang nehmen wird!


Foto © Felix Broede


  • Mit :
    • Igor Levit (Klavier)
    • Pedro Miguel Freire (Trompete)
  • Dirigent/-in :
    • Alan Gilbert
  • Orchester :
    • NDR Elbphilharmonie Orchester
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2020