Libanon: Die Hisbollah im Krieg gegen Covid-19ARTE Reportage

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14 Min.
Verfügbar vom 04/05/2020 bis 27/04/2023

Mit den ersten Coronavirus Infektionen schickte die schiitische Hisbollah 25 000 Freiwillige an die Front.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte bekämpft die islamistisch-schiitische Hisbollah als Miliz und Partei nicht Israel oder protestiert gegen die Regierung des Libanon – sie schickte jetzt 25 000 Freiwillige, Mediziner, Pflegepersonal, Rettungssanitäter und Einsatzkräfte zur Desinfektion in die Schlacht gegen die Ausbreitung von Covid-19 in ihrer Heimat. 
Als Partei ist die Hisbollah Mitglied in der Regierungskoaltion. In den letzten Monaten protestierten hunderttausende Libanesen aller Konfessionen und Gruppen im ganzen Land gegen die Korruption im Land, gegen Amtsmissbrauch und die bittere Armut großer Teile der Bevölkerung. Um das Vertrauen des Volks wieder zu gewinnen, hat die Hisbollah in den Zeiten des Coronavirus 1,8 Millionen Euro ihres eigenen Vermögens zur Verfügung gestellt, um damit 3 Krankenhäuser finanziell zu unterstützen: Eines im Süden des Landes, eines in einer schiitischen Vorstadt von Beirut und ein drittes in der Bekaa-Ebene – alle drei liegen in den Bastionen der Hisbollah. Allerdings bemüht sich die Hisbollah auch, ihre Offenheit und Toleranz gegenüber den anderen Religionen und Gruppen im Libanon zu beweisen, indem ihre Leute auch Kirchen desinfizieren und Schutzausrüstung selbst in sunnitischen Vierteln verteilen. In den Zeiten der Krise bemüht sie sich, die These zu widerlegen, sie sei als Partei und Miliz lediglich eine Art Staat im Staate Libanon.

  • Regie :
    • Miyuki Droz & Sylvain Lepetit
  • Autor :
    • Miyuki Droz & Sylvain Lepetit
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020