Le Parlement de Musique interpretiert Kantaten und ein Konzert des italienischen BarockCara Notte

54 Min.
Verfügbar vom 18/01/2021 bis 28/10/2021

Le Parlement de Musique interpretiert Kantaten und ein Konzert von Händel, Sammartini und Porpora. Aufzeichnung aus den Salons des prachtvollen barocken Straßburger Stadtschlosses „Hanauer Hof“ aus dem Jahr 1731.

Händels Beispiel folgend, durchliefen Porpora und Sammartini ihre musikalische Karriere in London.

Den Schluss- und Höhepunkt des Programms bildet Georg Friedrich Händels Kantate „Agrippina condotta a morire“. Diese Miniatur-Oper behandelt die tragischen Ahnungen der von ihrem Sohn Nero zum Tode verurteilten Heldin.

Die verzweifelte Agrippina durchläuft alle Stadien der Leidenschaft: Empörung, Rachgier, mütterliche Zärtlichkeit, Niedergeschlagenheit, Resignation und schließlich Todessuche. Dank dieser Figur kann der Komponist die ganze Bandbreite seiner musikalischen Stilmittel ausschöpfen. Die Kantate, ein Bravourstück sondergleichen, stellt eine wahrhaft tragische Szene von 25 Minuten dar. Darin verwirklichte Händel alles, was er um das 23. Lebensjahr herum, während seines Rom-Aufenthaltes im Jahr 1708, von den italienischen Komponisten gelernt hatte. Seine Kompositionen aus dieser Lebensphase bilden in mehrfacher Hinsicht die Inspirationsquelle und das musikalische Material für viele spätere Werke, etwa für die in London komponierten Opern und Oratorien.

Das Gegenstück dazu bildet die 1735 in London veröffentlichte Kantate von Nicola Porpora nach einem Text von Pietro Metastasio: eine höchst liebliche und anmutige Beschreibung der herannahenden Nacht, die den Liebenden Zuflucht gewährt. Der leichte, auf seine Weise virtuose, ausgefeilte und schwebende Wohlklang der Kantate spiegelt perfekt die Kunst des Belcanto wider. Der Komponist und Gesangslehrer Porpora beherrschte diesen Gesangsstil meisterhaft und verbreitete ihn in ganz Europa, von Neapel bis London, wo er Händel stark in den Schatten stellte. Die Instrumentalwerke sind hier bewusst unvollständig vertreten, da sie zu ihrer Zeit lediglich dazu dienten, die Vokalwerke einzuleiten, zu verbinden oder zu kommentieren.

Giuseppe Sammartini, weniger bekannt als sein in Mailand verbliebener Bruder Giovanni Battista, machte in London als Komponist und virtuoser Oboist Karriere. Sein hervorragendes Werk ist vor allem der Instrumentalmusik gewidmet. Es enthält vier Konzerte „für Cembalo oder Orgel“ im Stile Händels, der das Genre sehr populär machte.

Georg Friedrich Händels Triosonate in g-Moll zitiert in ihrem ersten Satz das Lamento der Armide aus „Rinaldo“: Die Titelheldin beklagt, von dem schönen Ritter, den sie begehrte, verschmäht worden zu sein.

Francesca Sorteni, Sopran

Matthieu Camilleri, Geige

Florence Stroesser, Geige

Keiko Gomi, Violoncello

Martin Gester, Cembalo und Leitung

1. Giuseppe Sammartini: „Cembalokonzert A-Dur“, 1.-3. Satz: Andante Spirituoso – Allegro Assai – Andante, 13 Min.

2. Nicola Porpora: „Già la Notte s’avvicina“, Kantate (Sopran, Violoncello und Cembalo), ca. 11 Min., Rezitativ gekürzt

3. Georg Friedrich Händel: „Triosonate op. 5 Nr. 2“: Larghetto & Allegro, 5 Min.

4. Georg Friedrich Händel: „Agrippina condotta a morire“, Kantate, 25 Min.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020