Hetze gegen LGBTI-Menschen: Ein Problem Osteuropas?

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Verfügbar vom 03/07/2020 bis 05/07/2022

Im Juli fand in Polen die zweite Runde der Präsidentschaftswahl statt. Im Wahlkampf benutzt die Regierungspartei PiS eine explizit homophobe Rhetorik. Auch in Ungarn und Russland gehören Attacken auf LGBTI Menschen zum Konzept ultrakonservativer Parteien. Ist Homophobie in der osteuropäischen Gesellschaft verankert oder wird sie politisch instrumentalisiert?

In Polen ist das Klima für die LGBTI Menschen von Angst und Hass geprägt. Laut dem Jahresbericht der europäischen Lesben und Schwulen-Vereinigung ILGA hat die Gewalt gegenüber LGBTI Menschen seit der Machtergreifung der PiS-Partei deutlich zugenommen, vor allem in den Sozialen Medien. Über 80 Städte in Polen wurden von den Behörden zu "LGBTI-freien Zonen" erklärt.

Doch gleichzeitig zeigen Studien, dass die Unterstützung für die LGBTI-Menschen in der Öffentlichkeit deutlich zunimmt: Gemäß einer Untersuchung der Europäischen Kommission waren 2019 in Polen 49 Prozent der Menschen der Meinung, dass LGBTI Menschen die gleichen Rechte haben müssten wie Heterosexuelle. Im Jahr 2015 waren es noch 37 Prozent. Und 65 Prozent der polnischen Befragten gaben 2019 an, dass die Diversität bezüglich der sexuellen Orientierung an den Schulen gelehrt werden sollte.

Auch in Russland scheinen die Anliegen der LGBTI Gemeinde eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Laut dem aktuellen Jahresbericht der ILGA war die Unterstützung in der Bevölkerung noch nie so groß wie zum gegebenen Zeitpunkt.

Was steckt hinter der Konzentration homophober Politik im Osten Europas? ARTE Info sucht mit Fourat Ben Chikha, Generalberichterstatter für die Rechte der LGBTI Menschen in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, und dem Forscher Michel Maietta nach Antworten.


  • Journalist :
    • Jonas Dunkel
    • Pierre Steinmetz
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2020