Ruhrtriennale 2019 - Evolution

98 Min.
Verfügbar vom 16/08/2020 bis 13/11/2020

Der Ungar Kornél Mundruczó gehört zu den Shootingstars der aktuellen Theater- und Filmszene. Für die Ruhrtriennale 2019 inszenierte er mit "Evolution" György Ligetis "Requiem" von 1965. Das Stück, das sich mit dem Holocaust und dem Erinnern auseinandersetzt, ist in drei Akte aufgeteilt, in denen die Musik in unterschiedlicher Form erklingt, live, aus Radio und TV sowie live verfremdet.

Für die Ruhrtriennale 2019 entwickelte der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó mit seinem Proton Theatre das Musiktheaterstück „Evolution“. Ein gigantisch aufwendiges Werk, wie es nur auf einem besonderen Festival wie der Ruhrtriennale umgesetzt werden kann: Allein der im Stück eingesetzte Wassertank, dessen Fluten sich im ersten und zweiten Akt über die Spielfläche ergießen, erfordert Räumlichkeiten mit äußerst stabilem Untergrund. „Evolution“ dringt tief ein in die Auseinandersetzung mit dem Holocaust, indem es klug die psychologischen Untiefen dreier Generationen offenbart: der Opfer-, Kind- und Enkel-Generation. Die Basis bildet das immer wiederkehrende und wie Filmmusik eingesetzte Requiem von György Ligeti. Ist der erste Akt sehr stilisiert und düster an die Gaskammern des Holocaust angelehnt, spielt der zweite Akt wie eine Seifenoper im Wohnzimmer der mittlerweile gealterten Großmutter, die im ersten Akt als überlebendes Baby bei Aufräumarbeiten entdeckt wurde. Der dritte Akt wiederum öffnet den gigantischen Raum der Jahrhunderthalle in Bochum in eine mit Lasern ausstaffierte Szenerie, die ein sehr stimmungsvolles, dystopisches Bild einer vernetzten Welt zeichnet. Die Inszenierung durchläuft drei Zeitebenen: die Begegnung mit dem Grauen der Vergangenheit, das traumatisierte Schweigen in der Gegenwart und eine Ahnung von einer zukünftigen Welt, in der künstliche Intelligenz dem Begriff des Gedenkens, Erinnerns und der Sprache – scheinbar unschuldig – keinen Raum mehr lässt.

  • Regie :
    • Florian Breuer
  • Mit :
    • Yeree Suh (Sopran)
    • Virpi Räisänen (Mezzosopran)
    • Annamária Láng (Tochter)
    • Lili Monori (Mutter)
    • László Katona (Bauer)
    • Harald Kolaas (Bauer)
    • Roland Rába (Bauer)
    • Proton Theatre (Theaterkompanie)
  • Inszenierung :
    • Kornél Mundruczó
  • Komponist/-in :
    • György Ligeti
  • Dirigent/-in :
    • Steven Sloane
  • Orchester :
    • Bochumer Symphoniker
  • Chor :
    • Staatschor Latvija
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • WDR