Oumou Sangaré bei Jazz à la Villette

51 Min.
Verfügbar vom 04/10/2019 bis 02/09/2020

Nach mehrjähriger Abwesenheit schließt die große malische Sängerin Oumou Sangaré ihr Publikum mit dem 2017 erschienenen Album „Mogoya“ wieder in die Arme. Die Sängerin mit der schwierigen Kindheit stellt sich den Traumata der Vergangenheit und den Problemen, mit denen afrikanische Frauen bis heute zu kämpfen haben. Elektropop wird dabei zur Projektionsfläche für sozialkritische Texte.

Als Oumou Sangaré zwei Jahre alt war, verließ der Vater die Familie und ließ die Mutter mit vier Kindern alleine zurück. Mit fünf wurde ihr Umfeld dann auf das Gesangstalent des Mädchens aufmerksam.

Im Alter von 19 Jahren veröffentlichte Oumou Sangaré mit „Moussolou“ ihr erstes Album, zwei Jahre später wurde sie von dem auf westafrikanische Musik spezialisierten großen britischen Label World Circuit Records unter Vertrag genommen. Während jede afrikanische Sängerin von einer solchen Karrierechance träumt, wurde die junge Frau anfangs nur von einem Wunsch getrieben: ihre Mutter zu rächen.


Die malische Künstlerin setzt sich seither mit allen Kräften für Frauenrechte ein, wurde 2003 ehrenamtliche Botschafterin der Welternährungsorganisation FAO und erhielt 2001 eine Auszeichnung der UNESCO. Den feministischen Kampf führt sie mit musikalischen Mitteln auch auf ihrem jüngsten Album „Mogoya“ – was so viel bedeutet wie „zwischenmenschliche Beziehungen in heutiger Zeit“ –, in dem es um das Verhältnis von Mann und Frau geht. Für dieses Projekt hat sie sich mit dem französischen Elektro-Musikerkollektiv A.L.B.E.R.T sowie mit dem nigerianischen Schlagzeuger Tony Allen zusammengetan.

In dieser überraschenden Konstellation gelingt es der „Königin des Wassoulou“, ihre Vergangenheit zu verarbeiten und zugleich neue musikalische Horizonte zu erkunden. Auf dem Festival Jazz in La Villette feiert sie mit einer berührenden und deutlich gereiften musikalischen Performance ein triumphales Comeback.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019