Shantel & Bucovina Club OrkestraBeim Bardentreffen Nürnberg 2019

91 Min.
Wie weit muss man reisen, um bei sich selbst anzukommen? Was DJ Shantel betraf, tanzte er weit. Der Weg zu den musikalischen Wurzeln seiner Vorfahren vom Balkan war zwar erfolgreich, aber lang. Dass Shantel bereits vor seinem Bucovina Club ein Szene-Leben hatte, wissen nicht alle. 
Aufgeladen mit nachtaktiver Erfahrung kam der gebürtige Mannheimer Mitte der 1990er Jahre aus Paris zurück. Er machte mit seinem Namen kurzen Prozess: Shantel klang einfach einen Tick interessanter als Stefan Hantel. Er eröffnete auch einen illegalen Musikclub im dritten Stock eines Frankfurter Gründerzeithauses. In der hessischen Hipster-Szene, die damals freilich noch nicht Hipster-Szene hieß, wetteifern sie wahrscheinlich heute noch darum, wer alles dabei gewesen sein will, um sich von Shantels entspanntem Elektrosound die Ohren durchspülen zu lassen. Mit der Jahrtausendwende dann: Shantels folgenreicher Ausflug in die Bukowina. Aus dem Buchenland, diesem farbigen Fleckenteppich der Kulturen zwischen Russland und der Ukraine, stammte die Familie seiner Mutter. Die feuernde Musik rumänischer, albanischer, griechischer oder slawischer Tradition setzte nicht nur Shantels Soundgewand in Flammen, mit der Glut seines Bucovina Clubs entfachte er einen internationalen Tanzflächenbrand. Länder, hört ihr die Fanfaren! Wenn die Discos und Clubs jetzt reif für die Blasmusik des Südostens waren, dann im Sog Shantels. Selbst für „Borat“ gab es in der gleichnamigen Kinokomödie kein Weghören mehr. Kein Tanzbein bleibt steif, wo Shantel mit seinem Bucovina Club Orkestra auftritt. Brettervorhersage für die Hauptmarktbühne: Balkanbeben.

  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019