Re: Gestrandet auf den KanarenFlüchtlingskrise im Urlaubsparadies

33 Min.
Verfügbar vom 20/01/2021 bis 20/04/2021
Untertitel für Gehörlose

Die Kanaren entwickeln sich Ende des Jahres 2020 zum neuen Brennpunkt der europäischen Flüchtlingskrise. Tausende Migranten sitzen auf den Inseln zum Teil unter fragwürdigen Bedingungen fest, da die Behörden komplett überfordert sind. Die Einwohner fürchten um den Ruf der Inseln als Urlaubsparadies. Droht ein neues Moria?

Schroffe Vulkanlandschaften, kilometerlange Traumstrände und über 350 Sonnentage im Jahr - die kanarischen Inseln sind für viele Europäer und vor allem für Deutsche ein Paradies, in dem man gern überwintert. Doch Ende 2020 sorgt der Archipel nicht wegen seiner touristischen Attraktivität für Schlagzeilen. Die Kanaren sind zum Schauplatz einer humanitären Krise geworden. Tagtäglich kommen hunderte von Flüchtlingen auf den Inseln an, in schwimmenden Nussschalen, erschöpft, dehydriert und traumatisiert - und nur einen Steinwurf entfernt von den Touristenorten mit ihren Bettenburgen und Strandpromenaden.
Die Überfahrt über den Atlantik von Westafrika aus gilt als um ein Vielfaches gefährlicher als die Mittelmeerroute. NGOs schätzen, dass im Jahr 2020 allein im Herbst 500 Menschen auf der Überfahrt im Atlantik ertrunken sind.
Ende November beginnt eigentlich die Hauptsaison auf den Kanaren. Da die Inseln Ende 2020 eines der wenigen Reisegebiete sind, die nicht als Risikogebiet deklariert wurden, hoffen Hoteliers und Gastronomen noch auf ein Geschäft. Durch das Corona-Virus sind ihre Umsätze massiv eingebrochen, weil deutlich weniger Touristen anreisten. Nun befürchten viele, Hotels und Restaurants würden dauerhaft leer bleiben – und die Insel sich in ein neues Lesbos oder Lampedusa verwandeln.


  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2020
  • Herkunft :
    • ZDF