„Brothers“ von Daníel Bjarnason auf dem Armel Opera Festival

107 Min.
Verfügbar vom 02/07/2019 bis 01/01/2020

„Brothers“ entstand nach der Vorlage von Susanne Biers Film „Brothers – Zwischen Brüdern“ („Brødre“, Dänemark, 2002), der als Remake mit Natalie Portman, Tobey Maguirre und Jake Gyllenhaal erneut auf die Leinwand kam. Die Opernmusik stammt von dem isländischen Komponisten Daníel Bjarnason, der von der Kritik gefeiert wird und zahlreiche Preise gewann.

Diese Neuproduktion der Islandic Opera unter der Regie des für seinen „nordischen“ Opernstil berühmten dänischen Regisseurs Kasper Holten versetzt den Zuschauer ins Bewusstsein eines Soldaten, der soeben von einer UN-Mission in Afghanistan zurückgekehrt ist und von seinen Dämonen geplagt wird.

Michael (Oddur Arnþór Jónsson), verheiratet und Familienvater, muss an der Seite seines Kameraden Peter (James Laing) zum Kampfeinsatz nach Afghanistan gehen. Bei einem Angriff wird ihr Hubschrauber abgeschossen, und ihre Körper verschwinden. Sie werden für tot erklärt. Sarah (Marie Arnet) trauert um ihren Mann Michael und beginnt, sich seinem Bruder Jamie (Joel Annmo) zu nähern. Plötzlich taucht Michael wieder auf. Er ist traumatisiert und tief verletzt. Am schlimmsten setzt ihm ein Erlebnis zu, das er niemandem zu erzählen wagt. Die krampfhafte Geheimhaltung lässt ihn sich selbst und seine Beziehungen in Frage stellen.

Der begabte dänische Regisseur Kasper Holten gewann 2009, nach der DVD-Veröffentlichung seiner Opernproduktion „Der Ring des Nibelungen“, den hoch angesehenen „Gramophone Award“ und war von 2011 bis 2017 Direktor des Royal Opera House London. Holten beteiligt sich regelmäßig an der Entwicklung neuer Opern. Das „Brothers“-Libretto von Kerstin Perski – Trägerin des Bühnenkunstpreises Reumert für „The Confessional“ – bezeichnet er als „eines der besten neuen Opernlibretti“ und gesteht, dass ihm beim Lesen die Tränen gekommen seien.

Der Bühnenbildner Steffen Aarfing arbeitet bei dieser Neuproduktion wieder mit dem Regisseur Kasper Holten zusammen. Sein minimalistisches, marmorweißes Bühnenbild wartet mit bezaubernden geometrischen Formen auf und zeugt von Aarfings Leidenschaft für parametrische Architektur.

Der für sein erstes Album „Processions“ (2010) von der Kritik bejubelte Komponist Daníel Bjarnason steuert die wunderbare Musik bei. Dirigent ist der Isländer Bjarni Frímann Bjarnason, der sich von dem zugrunde liegenden Film anregen lässt. Das musikalische Werk mit Opernarien und Filmmusik verbindet Modernität, Politik und Kunst, wobei es manchmal an Shakespeare, manchmal an Hollywood erinnert.


  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019