Re: Die neue Lust am Pelz

Wildtiere im Visier

31 Min.
Verfügbar vom 03/04/2019 bis 01/07/2019
Nächste Ausstrahlung am Mittwoch, 3. April um 19:40
Untertitel für Gehörlose
Seit Jahren wird um Pelz erbittert gestritten, jetzt geht der Kampf in eine neue Runde. Der Deutsche Jagdverband will die Felle von gejagten Wildtieren zunehmend nutzen und vermarkten. Ein ökologischer Ansatz – oder nur ein weiterer Versuch, die Jagd zu rechtfertigen und der Pelzindustrie wieder zu einem besseren Image zu verhelfen?

7.000 Füchsen, Mardern und Waschbären hat Frederik Daniels das Fell im letzten Jahr über die Ohren gezogen. Daniels leitet die deutschlandweit bisher einzige Tier-Abgabestation in Raststatt in Baden-Württemberg und ist einer von vorerst zwei Mitarbeitern des Pilotprojekts „Fellwechsel“. Mit dem Projekt will der Deutsche Jagdverband etwas für sein Image tun. Das Argument der Jäger: Wildtiere wie Füchse müssen ohnehin zur Waldpflege geschossen werden. Nun sollen zumindest die Felle nicht mehr entsorgt, sondern weiterverarbeitet und verkauft werden. „Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern vermindert auch Billigimporte aus Fernost und grausame Zuchthaltung“, so Daniels.  
Das sieht Revierförster Mario Natale aus Saarlouis im Saarland anders. Natale war früher selbst einmal Jäger und ist heute erbitterter Gegner der Jagd. Natale befürchtet, dass die Jagd auf Füchse weiter intensiviert werden könnte. „Ich verstehe, dass Menschen sich gern mit diesem schönen Tier schmücken wollen, doch mir ist ein Fuchs, der sich bewegt, lieber als ein toter Fuchs.“ Mario Natale hält den Jägern Zahlen entgegen: Im letzten Jagdjahr wurden mehr als 400.000 Füchse von Jägern erlegt. Wenn man nun aktuell rund 7.000 Felle nutzt, sei das verschwindend gering. Auch Krankheiten wie die Räude oder der Fuchsbandwurm ließen sich, anders als von Jägern oft behauptet, durch die Jagd nicht verhindern. Vom Nachbarland Luxemburg fühlt sich Natale bestätigt. Dort hat man die Fuchsjagd bereits 2015 abgeschafft.


Land :

Deutschland

Jahr :

2019

Herkunft :

ZDF