Xenius: Drogenrückstände im AbwasserSo viel konsumieren wir wirklich

27 Min.
Verfügbar vom 17/09/2019 bis 15/12/2019
Untertitel für Gehörlose
Mit Abwasseranalysen lässt sich der Drogenkonsum der Einwohner europäischer Metropolen präzise kartieren. Europaweiter Spitzenreiter beim Kokainkonsum ist demnach Zürich, in Deutschland liegt Dortmund ganz vorn. Methamphetamin, bekannter als Crystal Meth, dominiert in Osteuropa, vermutlich wegen der Nähe zur tschechischen Grenze. Welche Schlüsse sind zu ziehen?
Wo werden in Europa welche Drogen konsumiert? Um das herauszufinden, steigen die „Xenius“-Moderatoren Emilie Langlade und Adrian Pflug in Zürich mit dem Umweltingenieur Christoph Ort in einen Abwasserkanal und sammeln Klärschlammproben für die Drogenanalyse. Er hat mit seinen Kolleginnen das Abwasser von rund 70 europäischen Städten untersucht, quasi die gesammelten Urinproben dieser Städte. Und die Wissenschaftler sind fündig geworden. Mit Abwasseranalysen lässt sich der Drogenkonsum präzise kartieren. Europaweiter Spitzenreiter beim Kokainkonsum ist Zürich, in Deutschland liegt Dortmund ganz vorn, mit mehr als doppelt so viel Kokainabbauprodukten im Abwasser wie beispielsweise in Paris. Methamphetamin, bekannter als Crystal Meth, dominiert in Osteuropa, vermutlich wegen der Nähe zur tschechischen Grenze, wo die größten Mengen dieser Droge produziert werden. Die europaweite Analyse des Drogengebrauchs hilft, das Drogenproblem besser einzuschätzen. Jedes Jahr sterben in Deutschland weit über tausend Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Die tödlichste Droge ist Heroin. Aber eine Düsseldorfer Arztpraxis zeigt, dass das nicht sein müsste. Sie gibt reines Heroin an Abhängige aus, bei denen jede Therapie gescheitert ist. So müssen sie sich nicht mit Straßenheroin versorgen. Denn dieses ist in der Regel mit giftigen Zusatzstoffen gestreckt und erhöht die Gesundheitsgefahr für die Abhängigen deutlich. Außerdem in „Xenius“: Legal Highs – synthetische Drogen, die in immer neuen Varianten in illegalen Chemielaboren hergestellt werden. Das Problem: Wird eine psychoaktive Substanz chemisch leicht variiert produziert, ist sie erst einmal nicht verboten. Der Gesetzgeber muss sie erst kennen, um sie verbieten zu können. Im Internet kann man diese Legal Highs ganz einfach bestellen, angepriesen als „legaler Cannabis-Ersatz“, aber in der Wirkung oft um ein Vielfaches stärker und gefährlicher.

  • Moderation :
    • Emilie Langlade, Adrian Pflug
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • WDR