360° Geo ReportageDie blinde Primaballerina von Sao Paulo

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Untertitel für Gehörlose

In São Paulo lebt die einzige blinde Primaballerina der Welt: Geyza Pereira, 33 Jahre alt. Ihr Leben als Tänzerin fand vor einem Jahr durch eine schwere Krankheit ein jähes Ende: Sie fiel ins Koma und erlitt mehrere Hirnschläge. Jetzt kämpft Geyza für ihre alte Perfektion und die Rückkehr auf die Bretter, die für sie die Welt bedeuten.

Im Stadtteil Vila Madalena im Norden von Sao Paulo befinden sich die Trainingsräume des „Ballet de Cegos“, des Blindenballetts. Fernanda Bianchini hat diese Ballettschule vor 25 Jahren gegründet. Verschiedene Altersgruppen von Ballerinen trainieren hier; sie sind entweder von Geburt an oder durch Krankheit erblindet beziehungsweise sehbehindert. Das Ballett gibt ihnen Selbstbewusstsein und eine ganz neue Körperhaltung, doch das Training dafür ist hart: Wie erfasst man die Schritte und Bewegungen, wenn man sich nicht im Spiegel sehen und korrigieren kann? Wie lernt man neue Choreografien, ohne den Ballettlehrer zu sehen? Wie studiert man Pirouetten ein, ohne einen Fixpunkt zu haben? Geyza Pereira war der gefeierte Star des Blindenballetts. Im Alter von neun Jahren erblindete sie in Folge einer Meningitis. Doch mit eisernem Willen ging sie unbeirrt ihren Weg und schaffte es, die erste blinde Primaballerina der Welt zu werden. Dann vor einem Jahr ein herber Rückschlag: Geyza fällt ins Koma, ausgelöst durch eine erneute Infektion. Wie durch ein Wunder kämpft sie sich mit Hilfe ihrer Lehrerin und Freundin Fernanda Bianchini zurück in den Tanzsaal. Ihr Wunsch: im Ballettklassiker „La Esmeralda“ in vier Wochen wieder in der alten Form auf der Bühne zu stehen. Doch noch ist der Stand bei Pirouetten und Sprünge wackelig. Auch die Frage nach ihrer weiteren Karriere und beruflichen Zukunft steht damit im Raum.


  • Regie :
    • Andrea Oster
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • ARTE