Genozid von Srebrenica: Zeichnen, wo es keine Bilder gibt

5 Min.
Verfügbar vom 10/10/2019 bis 12/10/2022

Von der Realität zur Fiktion: Im Interview anlässlich des Prix Bayeux-Calvados schildern der Autor Philippe Lobjois das Konzept, das Massaker von Srebrenica in Form eines Comics zu thematisieren. Der Zeichner erzählt von der schwierigen Aufgabe, geschichtliche Ereignisse zu malen, von denen es keine fotografischen Dokumente gibt.

Im Jahr 1995 exekutierten serbische Truppen in der bosniakischen Enklave Srebrenica 8.000 Zivilisten. Das Massaker an der muslimischen Bevölkerung von Srebrenica ist der letzte Genozid auf europäischem Boden seit 1945.

Der Autor Philippe Lobjois arbeitete von 1991 bis 1995 als Kriegsreporter in Bosnien. Nach Ende des Krieges verfasste Lobjois auf der Grundlage der Ereignisse einen Roman. In "Les Tambours de Srebrenica" (auf deutsch "Die Trommeln von Srebrenica") verkörpert der fiktive Ermittler Hugo die Hauptfigur. Sie ist inspiriert durch Jean-René Ruez, dem französischen Polizeikommissar, der das Massaker von Srebrenica untersucht und dazu beigetragen hat, die Schuld von Ratko Mladic und Radovan Karadzic zu beweisen. Der Roman von Lobjois diente als Vorlage des Comics von Zeichner Elliot Raimbeau. Das Comic ist 2019 bei Nouveau Monde erschienen.


  • Kamera :
    • Grégory Rodriguez
  • Schnitt :
    • Julien Siehr
  • Journalist :
    • Jonas Dunkel
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019