Brasilien: Die Gewalt in den FavelasARTE Reportage

25 Min.
Verfügbar vom 01/02/2019 bis 31/01/2021
Fast 63.000 Menschen wurden 2017 in Brasilien gewaltsam getötet. Jede neunte Minute einer. Alle Morde ab 2001 zusammengezählt, starben in Brasilien mehr Menschen durch Gewalt als während der Kriege im Irak und Syrien.

Das ist eine traurige Statistik für das fünftgrößte Land der Erde, noch vor 20 Jahren wirtschaftlicher und demokratischer Hoffnungsträger. Vor allem Rio de Janeiro leidet seit zwei Jahren unter einer Welle der Gewalt, weil hier sich hier die Drogenmafia-Fraktionen bekämpfen und in immer mehr illegalen Siedlungen, den Favelas, die Kontrolle übernehmen. Rio ist seit den Großevents Fußball-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen bankrott und musste die Ausgaben für die öffentliche Sicherheit drastisch reduzieren. Die Friedenspolizei UPP, mit der die Gewalt seit 2008 gesenkt werden konnte, schrumpfte von 9.000 auf 7.100 Mann. Die Regierung des Bundesstaates Rio rief wegen der überforderten Polizei im Juni 2017 sogar das Militär zu Hilfe. Der neue rechtsradikale Präsident Bolsonaro will das Verbrechen mit massiver Gewalt zurückdrängen. Als eine seiner ersten Entscheidungen lockerte er die ehemals strengen Waffengesetze: Bürger ohne Vorstrafen dürfen jetzt bis zu vier Waffen besitzen.


  • Regie :
    • Dietmar Klumpp
  • Autor :
    • Dietmar Klumpp
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2019