39 Min.
Verfügbar vom 25/03/2019 bis 23/05/2019

24 Schüler "mit Migrationshintergrund" präsentieren einen Gegenstand aus dem Herkunftsland ihrer Eltern. Dabei entstehen anrührende Porträts von jungen Menschen, die lernen müssen, mit zwei Lebensarten, zwei Heimatländern und zwei Sprachen zurechtzukommen. Der Dokumentarfilm entstand als Ergebnis eines pädagogischen Projekts in einer Mittelschule der Pariser Vorstadt Saint-Denis.

Claire Doutriaux, Autorin und Regisseurin des ARTE-Magazins „Karambolage", war 2017 ein Schuljahr lang „Journalistin in Residence“ an einer Sekundarschule in Saint-Denis, um Schüler einer 8. Klasse zu begleiten. Fast alle Schüler in dieser Klasse haben einen Migrationshintergrund. Die Eltern stammen mehrheitlich aus dem Maghreb oder aus Subsahara-Afrika, aber auch aus Indien, Bangladesch, von den französischen Antillen, von La Réunion, aus Portugal, dem Kosovo oder der Türkei.
Claire Doutriaux bat die Schüler, sich einen Gegenstand auszusuchen, der aus ihrer Kultur stammt und ihnen besonders gut gefällt. Die Aufgabe, zu recherchieren und dann einen Text über den ausgewählten Gegenstand zu verfassen, wurden von der Regisseurin gemeinsam mit Maxim Kaba, dem Französischlehrer der Klasse, angeleitet. Die Ergebnisse stellten die Schüler anschließend vor der Kamera vor.
Da wäre zum Beispiel ein bodenlanger Kapuzenmantel aus Marokko, eine Lotusblume aus Bangladesch, ein Gewürzmörser von der Insel La Réunion, ein bunt bedrucktes Stofftuch aus dem Senegal, ein Teiggericht namens Burek aus dem Kosovo, ein algerischer Wüstenfuchs und ein Zuckerrohr von der Karibikinsel Martinique - die Sequenzen muten an wie Etappen einer Reise durch die Kulturen. Manche Schüler wechseln mühelos zwischen diesen hin und her, anderen bereitet die Interkulturalität gewisse Schwierigkeiten.
Die offene und unbefangene Art berührt, mit der die Schüler ein Stück ihrer Lebenswirklichkeit offenbaren. Auch sprachlich ist das Experiment höchst aufschlussreich: Manche Jugendliche sind zwei- oder sogar dreisprachig, doch einige dieser Sprachen  sind nahezu unbekannt. Angesichts dieses ungeahnten Reichtums nimmt es nicht Wunder, dass eine Schülerin folgenden Titel für diese Sendung vorschlug: „Schaut uns an, liebt uns, lasst uns einfach ‚wir‘ sein“.

 

 

 

 


Regie :

Claire Doutriaux

Land :

Frankreich

Jahr :

2018

Herkunft :

ARTE F