Re: Auf den Spuren der Täter25 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda

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Gerechtigkeit für die Opfer des Völkermords in Ruanda. Dieser Aufgabe hat Alain Gauthier sein Leben verschrieben. Gemeinsam mit seiner Frau Dafroza, deren Mutter beim Genozid in Ruanda ums Leben kam, versucht er, Täter, die sich in Europa versteckt halten, vor Gericht zu bringen. Dreimal hatte er bisher Erfolg - und er gibt nicht auf.

Alain Gauthier steht mit seiner Frau am Völkermord-Mahnmal in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Dafroza Gauthier ist selbst Ruanderin - ihre Mutter wurde beim Genozid vor 25 Jahren getötet.
Damals schaute die Weltgemeinschaft tatenlos zu, während in Ruanda innerhalb weniger Wochen hunderttausende Tutsi und Regimegegner von der Hutu-Mehrheit umgebracht wurden.
Bis heute fühlen sich viele der Überlebenden des Genozid im Stich gelassen. Denn die Mühlen der Justiz mahlen langsam, und viele Täter konnten einer Strafe bis heute entkommen.  Das wollen Alain und Dafroza Gauthier nicht akzeptieren. Sie wollen die Täter finden, die sich in Europa versteckt halten.
Wer konnte,  der floh und tauchte unter, so verschlug es auch einige Völkermörder nach Europa. Besonders Frankreich galt lange als sicherer Unterschlupf, weil es als einziges Land niemanden nach Ruanda ausliefert.
Drei Urteile gegen Völkermörder gab es bisher in Frankreich – eine Quote, die für Alain Gauthier inakzeptabel ist. Er vermutet, dass in seinem Heimatland viele weitere Täter leben.
Etwa 40 Anklagen gegen mutmaßlich Völkermörder hat Alain Gauthier mit seinem Kollektiv für Zivilkläger aus Ruanda (CPCR) in den letzten 20 Jahren eingereicht. Doch sein Kampf für Gerechtigkeit ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die Suche nach belastbaren Zeugen wird von Jahr zu Jahr schwieriger.


  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • WDR