Re: Rap in RusslandDer Kampf um die Meinungsfreiheit

32 Min.
Verfügbar vom 10/09/2019 bis 08/12/2019

Im Herbst 2018 starteten die russischen Sittenwächter eine Offensive gegen allzu aufmüpfige Rap-Musiker. Seitdem wird jede noch so vorsichtige Kritik von den Musikern meistens einfach weggelassen. Die Schere im Kopf singt in Russland mit. Nur wenige Rapper wollen überhaupt noch Interviews geben. In der Szene herrscht vor allem eines: Angst.

Rap – im Reich von Präsident Putin gibt es für die Jugend kein wichtigeres Musik-Genre. YouTube-Videos von Rappern wie Husky, Face, Oxxximiron, Timati und Ic3peak werden zig Millionen Mal geklickt, sofort, wenn sie auf dem Markt sind. Die Clubs sind voll, die Radiosender stellen ihr Programm auf Hip-Hop um, jeder Jugendliche hat seinen persönlichen Star. Doch die erfolgreiche Underground-Kultur ist der Machtelite mittlerweile ein Dorn im Auge, zu offen wurden Putin und Polizeikräfte kritisiert. Als es zu viel wurde, schlug der Staat zurück: Rapper wurden Ende 2018 verhaftet, ihre Konzerte verboten. Seitdem ist alles anders in der Szene: Singende Kritiker sind selten geworden, die Rapper schwenken massenweise um auf unpolitische Inhalte. Kein Sprechgesangskünstler will seine Konzerte verlieren – und damit seine wichtigste Einnahmequelle. Die Repressalien Putins haben gewirkt. Und trotzdem gibt es Superstars wie Ivan Timofeevich Dryomin – bekannt als „Face“ – die sich von ihrer kritischen Position nicht völlig verabschiedet haben. Rap in Russland - ein Kampf um die Meinungsfreiheit.


  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • SWR