Re: Frauen unerwünscht!Verbotene Berufe in Russland

30 Min.
Verfügbar vom 10/04/2019 bis 08/07/2019
Untertitel für Gehörlose

Oxana Chevallier gibt Anweisungen: Mehrere Männer springen daraufhin ins Schwimmbecken. Sie leitet einen Lehrgang für Rettungstaucher. Als Frau darf sie in Russland zwar Männer ausbilden, selbst aber nicht als Rettungstaucherin arbeiten. Das gilt für rund 400 Berufe. Deshalb zieht Swetlana Medwedewa vor Gericht: Sie will als Kapitänin arbeiten ...

Eine Schwimmhalle in Moskau. Draußen ist es eisig kalt, aber im Schwimmbad herrschen angenehme Temperaturen. Trotzdem haben die Männer am Beckenrand dicke Neoprenanzüge an. Einer nach dem anderen springen sie ins Wasser. Ihr Tauchtraining beginnt. Am Beckenrand steht Oxana Chevallier, die Trainerin. Eigentlich wollte sie als Rettungstaucherin  beim Katastrophenschutz arbeiten, aber als Frau ist ihr das in Russland verboten. Deshalb hat Oxana eine eigene Tauchschule gegründet. Hier bildet sie Männer in dem Beruf aus, in dem sie selbst nicht arbeiten darf.  Rund 400 Berufe gibt es in Russland, die Frauen nicht ausüben dürfen: Kapitänin gehört dazu oder LKW-Fahrerin. Die Liste stammt aus sozialistischen Zeiten, seit einigen Jahren ist sie in der Diskussion, abgeschafft wurde sie aber bis heute nicht.
Wie Oxana will auch Swetlana Medwedewa sich damit nicht abfinden. Für ihren Traum, als Kapitänin zu arbeiten, zieht sie vor Gericht und bekommt schließlich nach fünf Jahren und etlichen Gerichtsprozessen Recht. Oxana Chevallier hingegen steht vor einer großen Entscheidung: Soll sie bleiben und hoffen, dass die Diskussion, die um die Liste der verbotenen Berufe im Gang ist, etwas ändert für Frauen wie sie? Oder soll sie das Land verlassen und in Westeuropa ihren Traumberuf ausüben?


  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2019
  • Herkunft :
    • MDR