Samaritaner am Scheideweg

52 Min.

Die Samaritaner sind eine besondere Minderheit im Nahen Osten. Mit 780 Individuen ist diese streng endogame Religionsgemeinschaft, deren Anhänger als einzige die doppelte Staatsangehörigkeit Israel-Palästina besitzen, vom Aussterben bedroht. Im Westjordanland, in den Anhöhen von Nablus, sucht Abdallah Cohen, der Enkel eines Priesters, seinen Weg zwischen Tradition und Moderne.  

Schauplatz des Films sind die Anhöhen von Nablus im Westjordanland. Hier begleitet der Film Abood Cohen, den Enkel eines samaritanischen Priesters. Er gehört zur jungen Generation der Samaritaner und muss gegen das Aussterben dieses strikt endogamen Volkes kämpfen. Im Gegensatz zu den Älteren haben die jüngeren Mitglieder der Samaritaner studiert, sind vernetzter, sprechen Arabisch, Althebräisch und Englisch. Sie wollen die Regeln ihrer Religionsgemeinschaft erneuern, Tradition und Moderne miteinander verbinden.
Der Film zeigt Abood im Austausch mit seinen Großeltern und seinem besten Freund Bretoo. Die Diskussionen zwischen den beiden jungen Menschen liefern Einblicke in der Schwierigkeit der Samaritaner, zwischen Israelis und Palästinensern ihren Platz zu finden – auch, wenn sie die doppelte Staatsangehörigkeit haben. Sie sind apolitisch und erleben ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft auf sehr unterschiedliche Weise: Der eine empfindet sie als erdrückend, der andere als beruhigend. Natürlich stellen sie sich Fragen über ihre Zukunft. Ein Highlight des Films ist die Osterzeremonie der Samaritaner auf dem ihnen heiligen Berg Garizim.


  • Regie :
    • Julien Menanteau
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2018
  • Herkunft :
    • ARTE F