Wettstreit der KathedralenDie Romanik

53 Min.
Verfügbar vom 24/12/2020 bis 25/03/2021
AudiodeskriptionUntertitel für Gehörlose
Am Beispiel der Dome von Mainz, Worms und Speyer begibt sich die Dokumentation auf die Suche nach Indizien, die erklären könnten, wie es dazu kam, dass die christliche Bevölkerung um die Jahrtausendwende plötzlich begann, Kirchen aufzurichten, die so mächtig wie Burgen Gottes in den Himmel ragten, und die zu Beginn des Jahrtausends einen regelrechten Wettstreit auslösten.
Die Zeit der Romanik ist bis heute eine Epoche, die jede Menge ungelöste Rätsel aufgibt. Was brachte die Menschen um die Jahrtausendwende dazu, Kirchen zu errichten, die so mächtig wie Burgen Gottes in den Himmel ragten, und die einen regelrechten Wettstreit um Größe und Pracht der Kathedralen auslösten? In der Johanniskirche zu Mainz wird ein Sarkophag geöffnet, der seit 1.000 Jahren verschlossen war. In ihm ruht Erzbischof Erkanbald. Er ließ mit dem Mainzer Dom den damals größten Kirchenbau des Abendlands bauen, denn Mainz sollte mit dem Repräsentationsbau zum zweiten Rom aufsteigen – und sein Erzbischof so zum Stellvertreter des Papstes avancieren. In Speyer entwarf nur wenig später König Konrad einen Dom, um seinem Salier-Geschlecht eine Grablege zu schaffen, die in ihrem Ausmaß dem Anspruch nachkäme, den Gott selbst mit der Einsetzung der Salier als Kaisergeschlecht und damit oberste Weltenherrscher gesetzt habe. Der Konflikt mit den Ambitionen der Kirchenmänner war unausweichlich. In Worms dagegen etablierte sich im 12. Jahrhundert ein weiterer Mitspieler um die Macht: das aufstrebende Bürgertum. Eine neue Epoche begann, in der das starre Machtgefüge der Romanik, das sich auch in ihren massiven Bauten abbildete, langsam aufbrach und Raum schuf für eine Baukunst, die der Offenheit und dem Licht huldigt: der Gotik.

  • Regie :
    • Günther Klein
  • Land :
    • Deutschland
  • Jahr :
    • 2020
  • Herkunft :
    • SWR

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