Vox PopKokain: Beunruhigende Uberisierung / Ist es ein Verbrechen, Migranten zu helfen?

29 Min.
Verfügbar vom 06/10/2019 bis 18/12/2019

(1) Kokain: Beunruhigende Uberisierung - Markt und Vertrieb der zweitbeliebtesten Droge der EU haben sich grundlegend verändert. Heutzutage reicht eine SMS, und das Kokain wird direkt nach Hause geliefert. Die Justiz ist alarmiert. (2) Ist es ein Verbrechen, Migranten zu helfen? Immer mehr EU-Bürger unterstützen die Migranten. Und begeben sich damit in die Illegalität.

(1): Kokain: Beunruhigende Uberisierung
Kokain ist nach Cannabis die die zweitbeliebteste Droge der EU: Mehr als 18 Millionen Menschen haben die Droge zumindest schon einmal probiert. Da Kokain immer billiger und reiner erhältlich ist, schießt das Überdosisrisiko in die Höhe. Das gilt umso mehr, weil sich Markt und Vertrieb grundlegend verändert haben: Heutzutage reicht ein einfacher Anruf oder eine SMS, und das Kokain wird direkt nach Hause geliefert. Dealer locken sogar mit Rabatten und sitzen ihren Kunden im Nacken, wenn diese den Konsum herunterschrauben. Die neue Vertriebspolitik zieht zweierlei Konsequenzen nach sich: Aufseiten der Konsumenten führt sie zu einer gesteigerten Abhängigkeit, während es für die Justiz eine zusätzliche Herausforderung darstellt, die Absatzwege ausfindig zu machen.
„Vox Pop“ ermittelt in Frankreich und Spanien, wo so viel Kokain beschlagnahmt wird, wie nie zuvor. Allein im Hafen von Barcelona sind es seit Jahresbeginn sieben Tonnen – die doppelte Menge im Vergleich zum Vorjahr. Die Behörden weisen außerdem auf Probleme hin, die sich aus der Fragmentierung der Verteilungskette und dem damit verbundenen Wiederanstieg von Gewalt ergeben.
(2): Ist es ein Verbrechen, Migranten zu helfen?
Seit 2015 sind eine Million Exilanten nach Europa gekommen. Immer mehr Bürger unterstützen die Migranten in Städten, an Grenzen und vor allem im Mittelmeer, wo NGOs mit Flüchtlingsschiffen Männern, Frauen und Kindern das Leben retten. Das Problem: Zahlreiche Staaten sehen diese Einsätze nur sehr ungern und setzen Seenotretter teilweise mit Schlepperbanden gleich.
Sophie Rahal, die Sprecherin der NGO SOS-Méditerranée, ist diese Woche zu Gast bei „Vox Pop“. Sie plädiert für eine Angleichung der Vorgehensweise auf europäischem Niveau.
Seit 2014 wurden über 250 Personen festgenommen oder rechtlich verfolgt. Die Anklageschrift: „Solidaritätsdelikt“. NGOs kritisieren, dass die Helfer von den Staaten wie Verbrecher behandelt werden: In Italien laufen sie sogar Gefahr, Strafen bis zu einer Million Euro auferlegt zu bekommen. Darauf entgegnen die Staaten, dass es sich um eine Frage der inneren Sicherheit und des Bürgerschutzes handele.
Und wie immer berichten „Vox-Pop“-Korrespondenten aus ihren Ländern über das Thema der Woche, dieses Mal aus Spanien und Deutschland, wo im Gegensatz zum Großteil Europas Hilfsbereitschaft gezeigt wird.

 


  • Regie :
    • Nicolas Thepot
  • Moderation :
    • Nora Hamadi
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2018
  • Herkunft :
    • ARTE F