29 Min.
Verfügbar vom 03/02/2019 bis 03/04/2019
Nachgefragt: Portugal, die Golden Visa-Card und der Bumerang-Effekt; Gast der Woche: Pia Puu Oksanen, militante Verfechterin der Frauenrechte und Mitglied von Amnesty international; Reportage der Woche: Häusliche Gewalt - Männer, lernt endlich sprechen statt zu schlagen!

(1): Buhlen um die Gunst der Reichen
In den letzten zehn Jahren haben vermögende Investoren aus Russland, China oder den Vereinigten Arabischen Emiraten 25 Milliarden Euro in die europäische Wirtschaft gepumpt. In Europa ist ein regelrechter Wettstreit um die Gunst betuchter Investoren entbrannt. Sie werden mit Steuergeschenken, Reisepässen, Aufenthaltstiteln, ja, sogar der Staatsbürgerschaft belohnt …
Jedes Mittel scheint recht zu sein, um fremdes Kapital ins Land zu holen, auch wenn es aus zweifelhaften Quellen stammt. So wird gegen einige der Superreichen in ihren Heimatländern wegen Geldwäsche, Korruption und Steuerflucht ermittelt. Auch für die EU-Bürger haben solche Investitionen Konsequenzen.
Kontroverse der Woche: Muss man ausländische Investoren wirklich derart hofieren?
„Natürlich muss man sie umgarnen“, verteidigen sich die Staaten. „Besser, sie geben ihr Vermögen bei uns aus als woanders.“ Italien hat 2017 eine Einheitssteuer für begüterte Ausländer eingeführt. Sie zahlen unabhängig vom Einkommen pauschal 100.000 Euro pro Jahr. „Damit öffnet man Schmuggel und Geldwäsche Tür und Tor“, regen sich die Gegner auf. Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen erwägen nun einige Länder, darunter das Vereinigte Königreich, Vergünstigungen wie die „Golden Visa“ wieder abzuschaffen.
Recherche der Woche: „Vox Pop“ hat sich in Portugal umgehört, wo es ein „Golden Visa“-Programm gibt.
Portugiesische Aufenthaltsgenehmigungen sind besonders begehrt. Um in den Genuss eines solchen Titels zu kommen, braucht ein ausländischer Investor nur 350.000 Euro in Immobilien anzulegen. Innerhalb von sechs Jahren hat das Land etwa 7.000 dieser Aufenthaltserlaubnisse ausgestellt, woraufhin die Preise für Wohnungen in Lissabon  explodiert sind – sehr zum Leidwesen der Bewohner.
(2): Häusliche Gewalt – Ein nordisches Paradox
Ausgerechnet in Finnland, dem Musterland in Sachen Gleichberechtigung, ist die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt im europäischen Vergleich besonders hoch. Jede dritte Frau soll hier bereits Gewalt am eigenen Leib erfahren haben. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Richtet sich ihr allzu verbissen geführter Kampf um die Gleichberechtigung nun gegen die Frauen selbst? Trauen sich hier die Frauen eher an die Öffentlichkeit?
Zu Gast bei „Vox Pop“ ist in dieser Woche Pia Puu Oksanen. Die Frauenrechtlerin, die für Amnesty International arbeitet, wurde einst selbst Opfer von Gewalt. Im Interview erläutert sie, dass die Gewalt tief in der skandinavischen, insbesondere der finnischen Kultur verankert ist.
Und wie immer berichten „Vox-Pop“-Korrespondenten aus ihren Ländern über das Thema der Woche. Die Zahlen zu häuslicher Gewalt sind überall alarmierend.
Die Reportage führt „Vox Pop“ nach Finnland, wo Therapiezentren für gewalttätige Männer eingerichtet wurden.

 


Regie :

Nicolas Thepot

Moderation :

Nora Hamadi

Land :

Frankreich

Jahr :

2019

Herkunft :

ARTE F