Der Dieb von Paris

Ausschnitt (3 Min.)
Verfügbar am 29/01/2019 um 13:55
Nächste Ausstrahlung am Dienstag, 29. Januar um 13:55
Untertitel für Gehörlose

Durch einen persönlichen Racheakt wird der junge Georges Randal (Jean-Paul Belmondo) zum besten Dieb von Paris. Mit seiner Kleidung und seinem vornehmen Auftreten perfekt getarnt, unterwandert er Nacht für Nacht das System der wohlhabenden Gesellschaft, indem er deren Häuser plündert. Den Preis, den er für dieses Leben bezahlt, ist seine Einsamkeit. Regie: Louis Malle

Paris am Ende des 19. Jahrhunderts: In der französischen Hauptstadt treibt ein Einbrecher sein Unwesen, doch nicht irgendein dahergelaufener Halunke, sondern ein echter Profi, der in Stil und Habitus seinen Opfern zum Verwechseln ähnelt. Der elegant gekleidete Herr durchstreift nachts die besseren Viertel und räumt in unbeirrbarer Ruhe die Villen der reichen Oberschicht aus. Georges Randal, der mit Melone und Gehrock den Anschein eines feinen Herrn weckt, ist dabei weder wahllos noch gierig: Er geht mit der meditativen Ruhe eines Mannes vor, der Meister seines Fachs ist. Er zerschlägt mit passgenau platzierten Hieben das Glas der Vitrinen voller Kostbarkeiten, schneidet Gemälde fachmännisch aus dem Rahmen und bricht Sekretäre und Kommoden mit wenigen Handgriffen auf. Während Georges die Wertgenstände zusammenträgt, erinnert er sich an seine Vergangenheit, die ihn zu dem Meisterdieb gemacht hat, der er heute ist: Von seinem Vormund ums Erbe gebracht, war sein erster Diebstahl eine Geste ausgleichender Gerechtigkeit und ein Akt der Emanzipation. Auf dieser Philosophie des Stehlens, geschärft durch die Begegnung mit dem Meisterdieb und Philosophen Abbé Félix La Margelle, gründet sein „Berufsethos“. Vom Abbé lernt er auch, dass es genau zwei Sorten Menschen gibt: Bürger und Diebe – Angepasste und mutige Einzelgänger. So wird Georges zum Antihelden, der sich ebenso wenig mit der Gesellschaft identifizieren kann, wie diese ihm Raum und Anreiz für ein gewöhnliches Leben im Rahmen ihrer Gesetze bietet. Das Stehlen ist für Georges zur Identität geworden: Selbst als er bereits ein reicher Mann ist, geht der Dieb von Paris seinem Gewerbe weiter nach.

Regie :

Louis Malle

Drehbuch :

Louis Malle
Jean-Claude Carrière

Produktion :

Nouvelles Editions de Films
Artistes Associés

Produzent/-in :

Norbert Auerbach
Georges Laurent
J.F. Malle
Alain Quefféléan

Kamera :

Henri Decaë

Schnitt :

Henri Lenoë

Musik :

Henri Lanoë

Mit :

Jean-Paul Belmondo (Georges Randal)
Geneviève Bujold (Charlotte)
Marie Dubois (Geneviève Delpiels)
Françoise Fabian (Ida)
Bernadette Lafont (Marguerite)
Marlène Jobert (Brousaille)
Julien Guiomar (Abbé Félix La Margelle)
Paul Le Person (Roger Voisin)

Autor :

Georges Darien

Kostüme :

Paulette Breil

Land :

Frankreich

Jahr :

1966

Herkunft :

ARTE F