Olivier Py inszeniert "Lohengrin"

217 Min.
Verfügbar von 13/06/2018 bis 25/10/2018
Live verfügbar: ja

Im Lohengrin schuf Richard Wagner ein ästhetisches Manifest, in dem sich Gesang mit orchestraler Üppigkeit verbindet. Doch genauso ist es ein politisch-nationalistisches Manifest, das in Dresden zur Erstaufführung verboten wurde. Die Weltpremiere fand am 28. August 1850 in Weimar statt, unter der musikalischen Leitung von Franz Liszt, dem Wagner dieses Werk widmen sollte.

Seinen Lohengrin beschrieb Richard Wagner als etwas völlig Neues für das menschliche Bewusstsein und versuchte damit den innovativen Charakter seiner sechsten Oper hervorzuheben, die er im Jahr 1848 fertigstellte, als in ganz Europa Studenten für die Republik und das nationale Bewusstsein auf die Straße gingen. Auch wenn der Lohengrin den „romantischen Opern“ zuzurechnen ist, zeigt sich in ihm doch schon die Hinwendung zu Wagners neuem Konzept des Musikdramas, dass er im Ring des Nibelungen perfektionieren sollte. Die mittelalterliche Erzählung des Schwanenritters wird in Wagners Oper zu einem Gleichnis über die wahre und bedingungslose Liebe.

Elsa, die junge Herzogin von Brabant, ist angeklagt, ihren Bruder ermordet zu haben. Ihre einzige Verteidigung ist, dass ihr im Traum ein edler Ritter erschienen sei, der sie von dieser infamen Unterstellung reinwaschen werde – und genau in diesem Moment erscheint ein mysteriöser Ritter in einer schwanengezogenen Gondel. Er schwört, sich einem Gottesgericht zu unterziehen, um für die Ehre der Herzogin zu kämpfen und sie ihn anschließend zu heiraten – unter einer Bedingung: „Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam' und Art“, so spricht der Unbekannte.

Alain Altinoglu, musikalischer Leiter des Brüsseler Théâtre de la Monnaie, hat den Lohengrin bereits auf dem Grünen Hügel in Bayreuth dirigiert und bürgt für die musikalische Qualität der Produktion. Regisseur Olivier Py, der an der Monnaie bereits Meyerbeers Les Huguenots und Ambroise Thomas‘ Hamlet prestigeträchtig inszeniert hat, will in seinem Brüsseler Lohengrin die politisch-aufrührerischen Aspekte in Wagners Werk thematisieren.


Regie :

Christian Leblé

Mit :

Gabor Bretz (Heinrich der Vogler )
Eric Cutler (Lohengrin )
Ingela Brimberg (Elsa von Brabant )
Andrew Foster-Williams (Friedrich von Telramund)
Elena Pankratova (Ortrud)
Werner van Mechelen (Heerrufer)

Dirigent/-in :

Alain Altinoglu

Chorleitung :

Martino Faggiani

Kostüme :

Pierre-André Weitz

Chor :

Chœurs de la Monnaie

Komponist/-in :

Richard Wagner

Bühnenbild / Ausstattung / Bauten :

Pierre-André Weitz

Libretto :

Richard Wagner

Licht :

Bertrand Killy

Inszenierung :

Olivier Py

Orchester :

Orchestre symphonique de la Monnaie

Land :

Belgien

Jahr :

2018
Bonus und Ausschnitt

Olivier Py inszeniert "Lohengrin"

4 min

Olivier Py inszeniert „Lohengrin"

4 min