Joseph Kessel - Reporter, Reisender, Romancier

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Joseph Kessel ist vor allem für seine Bestseller "Patricia und der Löwe" und "Die Steppenreiter" bekannt. Seine besten Rollen findet er später im wirklichen Leben: als großer Reporter, Schriftsteller und Widerstandskämpfer der Résistance. Viele seiner Bücher werden erfolgreich verfilmt, unter anderem auch "Die Spaziergängerin von Sans-Souci", den ARTE vor dem Porträt zeigt.

Joseph Kessel (1898-1979), der aus einer jüdisch-russischen Familie stammt, trägt das Reisen in sich, er kommt nie und nirgends zur Ruhe –ein leidenschaftlicher Abenteurer und der Weltreisende schlechthin. Geboren wird er in Argentinien, seine frühe Kindheit verbringt er in der russischen Steppe; in Frankreich lässt sich die Familie nieder, als er zehn Jahre alt ist. Kessel will zunächst Schauspieler werden, doch der Erste Weltkrieg zwingt ihn dazu, seinen Traum vom Theater aufzugeben. Mit 16 Jahren meldet er sich zur französischen Armee und absolviert eine Ausbildung als Luftaufklärer. Der Selbstmord seines 21-jährigen Bruders Lazare, der nach dem Krieg wie er am Konservatorium für dramatische Kunst in Paris studierte, veranlasst ihn schließlich, das Schauspiel aufzugeben. Das in Flammen stehende 20. Jahrhundert setzt andere Prioritäten. Im Deutschland der 30er Jahre berichtet Kessel im Auftrag der französischen Presse über den Aufstieg Hitlers. Nach dem Waffenstillstand von 1940 und der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen geht er in den Widerstand. Als der Krieg vorbei ist, berichtet er über die Nazi-Prozesse. In den Genres Abenteuerroman und Reisebericht verarbeitet er gekonnt seine eigenen Erfahrungen, oft am Rande der Gesellschaft. Mit 60 Jahren landet er schließlich seinen größten Erfolg: den Roman „Patricia und der Löwe“, den er von seinen Abenteuern in Kenia mitgebracht hat. Die Leser in Frankreich und den USA reißen sich gleichermaßen darum. Viele seiner Bücher wurden erfolgreich verfilmt, darunter „Belle de Jour - Schöne des Tages" (Luis Buñuel, 1967), „Armee im Schatten" (Jean-Pierre Melville, 1969), „Die Steppenreiter" (John Frankenheimer,1971) und „Die Spaziergängerin von Sans-Souci" (Jacques Rouffio, 1982). Joseph Kessel blieb bis zu seinem Lebensende ein sensibler Zeitzeuge und begeisterter Reisender, der stets seinem Herzen folgte.

  • Regie :
    • Marie Brunet-Debaines
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2017
  • Herkunft :
    • ARTE F