Jedem seinen Platz
Sichere Städte für Frauen 2/4

4 Min.
Verfügbar vom 01/03/2018 bis 03/03/2040
Live verfügbar: ja
Manche Frauen schätzen diese Blasen, in deren Schutz sie in aller Ruhe arbeiten, studieren, in der Stadt spazieren können, andere jedoch finden diese Geschlechtertrennung herablassend und meinen, dass sie eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum darstellt und der langfristig angestrebten Gleichheit für alle zuwiderläuft.

2017 schlug der britische Abgeordnete Jeremy Corbyn vor, in der Londoner U-Bahn wieder Frauenabteile einzuführen; diese Maßnahme war vierzig Jahre zuvor aufgehoben worden. Der Vorschlag wurde heftig kritisiert und als Rückschritt im Kampf für Frauenrechte gesehen.
„Diejenigen, die sich ernsthaft einbilden, dass getrennte Wagen die Lösung sind, sollten die Einführung von Männer-Abteilen erwägen, bis die Täter imstande sind, sich selbst zu beherrschen. Warum sollte man die Bewegungsfreiheit der Frauen einschränken, ohne die Straftäter im Geringsten zu belästigen?“, so die Reaktion von Laura Bates, der Gründerin des Projekts Everyday Sexism. 

Seit 2012 führt London eine Sensibilisierungskampagne unter den Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel durch, außerdem werden die Polizeikräfte extra geschult. Mittlerweile werden doppelt so viele sexuelle Übergriffe gemeldet. Dieser Anstieg wird als positiv bewertet, denn er bedeutet, dass sich dank dieser Initiativen mehr Opfer getraut haben, Anzeige zu erstatten.

Die Machtverhältnisse anzugreifen, die es den Tätern erlauben, ohne Furcht vor rechtlichen Folgen zu handeln, ist auf lange Sicht die wirksamste Methode. Doch bis es so weit ist, sehen sich manche Frauen gezwungen, ihr Verhalten zu ändern. Daher verlassen sich immer mehr von ihnen auf die Technologie, die seit den letzten Jahren zur Bekämpfung von sexuellen Übergriffen entwickelt wird.


Journalist :

Laure Siegel
Mathieu Boch

Land :

Frankreich

Jahr :

2018