Abou Diarra im Musée du Quai Branly - Jacques Chirac

78 Min.
Verfügbar von 12/02/2018 bis 10/08/2018
Live verfügbar: ja

Kamele Ngoni ist der Name einer gezupften Laute aus Westafrika, die vor allem in Mali sehr verbreitet ist. Im Unterschied zur Kora ist sie pentatonisch. Eine Kamele Ngoni hat meistens vier bis sieben Saiten. Abou Diarra spielt das Instrument aber sogar mit vierzehn Saiten und kann ihm dadurch Töne entlocken, die Gitarre, Bass, Harfe oder sogar Percussions ähneln.

Abou Diarras Vorfahren waren Jäger und Medizinmänner in Südmali. Nach dem Tod seines Vaters machte sich der Zwölfjährige zu Fuß auf den Weg, um Arbeit zu suchen. Er wurde von Banditen entführt, die ihn verkaufen wollten, und fand sich schließlich in Côte d’Ivoire wieder. In Abidjan entdeckte er die Ngoni. Das Instrument eröffnete ihm neue Perspektiven. Wieder zu Fuß ging er den langen Weg nach Mali zurück und spielte unterwegs auf seiner Laute.

 

Ein wichtiger Moment im Musikerleben von Abou Diarra war auch die Begegnung mit Vieux Kanté, einem blinden Ngoni-Virtuosen, der im Alter von 31 Jahren plötzlich verstarb. Sieben Jahre lang hatte Abou Diarra bei Vieux Kanté gelernt, dessen Interpretationen von Jimi Hendrix oder Bob Marley er exakt nachspielen musste, um nicht bestraft zu werden. Eine strenge Ausbildung, die den Musiker nur noch weiser und sanfter machte.

 

Heute lebte Abou Diarra in Frankreich und lässt das Andenken an seinen Meister und Freund fortleben. Sein bewegendes Konzert gewährt Einblicke in eine vielfältige und faszinierende Kultur.

 

Konzertaufzeichnung am 11. Februar  2018 im Musée du Quai Branly - Jacques Chirac, Paris


Land :

Frankreich

Jahr :

2018