Re: Hexe als Beruf
Rumänien zwischen Magie und Aberglaube

2 Min.
Verfügbar von 16/08/2018 bis 14/09/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Donnerstag, 16. August um 19:40

Gut 40% der Rumänen sollen regelmäßig "Hexen" aufsuchen. Der Glaube an die magische Kraft der weisen Frauen ist so stark im Volk verankert, dass der Staat den Beruf "Hexe" seit 2011 anerkannt hat. Die Kirche duldet das zähneknirschend, Soziologen interpretieren den Hexenglauben als Beweis für die Naturverbundenheit der Rumänen. 

Bratara Buzea in Bukarest ist die Königin der Hexen in Rumänien. Sie und ihre Tochter beherrschen die Schwarze und die Weiße Magie. „Re:“ begleitet sie bei ihren magischen Zeremonien, der Beratung von Kunden, der Verschreibung von Liebeszauber und bei einer Hochzeit. Ihr Metier hat sie zu einer wohlhabenden Frau gemacht, mit einem schönen Haus in Bukarest – für eine Frau vom Volk der Roma eine bemerkenswerte Karriere.  Denn bis zum Sturz des rumänischen Diktators Ceausescu war die Hexerei streng verboten – wer dabei erwischt wurde, konnte im Gefängnis landen. Heute ist die Hexerei ein anerkannter Beruf in Rumänien – magische Lebensberatung für wohl 40 Prozent der Rumänen. Die orthodoxe Kirche duldet den Hexenglauben ihrer Gläubigen – sogar Pfarrer sollen den Rat der weisen Frauen gelegentlich und natürlich in aller Heimlichkeit suchen. Rumänische Soziologen untersuchen das Phänomen mit wissenschaftlicher Akribie und deuten es als ein Zeichen für die Naturverbundenheit der Rumänen im 21. Jahrhundert. Es ist wohl Sehnsucht nach dem vermeintlichen Heil aus Natur und Vergangenheit, einer Zeit vor dem globalen und digitalen Rationalismus. In Deutschland und Frankreich hingegen wenden sich viele Menschen fernöstlichen Religionen zu, manche suchen Rat auf Facebook - in Rumänien gehen sie im uralten Volksglauben zu ihren weisen Frauen, den Hexen. 


Regie :

Pierre Lascar, Ilioné Schulz

Land :

Frankreich

Jahr :

2018

Herkunft :

ARTE