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109 Min.
Verfügbar vom 04/11/2019 bis 09/01/2020

Im Haus der Eheleute Ron und Karen kommen Menschen aus ganz Europa zusammen, die eins verbindet: Sie hören Stimmen, die ihre Gedanken oder alltäglichen Handlungen kommentieren. Die Gäste sprechen darüber, wie sich das auf ihr Leben auswirkt, und setzen sich mit ihren eigenen Stimmen im Kopf auseinander. Der Dokumentarfilm zeigt "Wahnsinn" als Bewusstsein über Wirklichkeit.

Das Hören von Stimmen, die die eigenen Gedanken und alltäglichen Handlungen kommentieren, ist ein Phänomen, das die Gäste der Eheleute Ron Coleman und Karen Taylor zusammenbringt und eint. Bei ihnen sprechen sie darüber, wie sich das Dasein der Stimmen auf ihr Leben und ihre gesellschaftliche Identität auswirkt. Es entsteht eine intensive Diskussion, wie die Welt und die Menschen funktionieren. Der Dokumentarfilm zeigt „Wahnsinn“ nicht als Bruch mit der Wirklichkeit, sondern als Bewusstsein darüber. In verschiedenen Szenen vom Familientreffen bis zu einer Konferenz mit Studenten geht es um einen inneren Lärm, der für die meisten unhörbar ist, aber universelles verborgenes Leid widerspiegelt. Stimmenhörer sind eine internationale Gemeinschaft, die vorwiegend in Vereinsstrukturen organisiert ist. Für seinen Dokumentarfilm hat Olivier Zabat mehrere Gruppen begleitet. Das Projekt unterstand von Anfang an zwei Prämissen: Die Stimmenhörer lehnen das Etikett „Schizophrenie“ sowie gesellschaftliche und medizinische Entfremdung ab, und für die Filmemacher war es ethisch nicht vertretbar, sich dem Thema Wahnsinn aus einer medizinischen Perspektive zu nähern. Diese Überzeugungen dienten als Reflexionsbasis und Grundlage für die Gestaltung des Films außerhalb eines institutionellen Rahmens, um ein Denken außerhalb von Begriffen wie Andersartigkeit, Abweichung, Defizit oder Behinderung zu ermöglichen.

  • Regie :
    • Olivier Zabat
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2018
  • Herkunft :
    • ARTE F