Kurzschluss
Kurzfilmnacht

131 Min.
Live verfügbar: ja
In seiner Kurzfilmnacht zeigt Kurzschluss neun fiktionale und animierte Kurzfilme verschiedener Regisseure, darunter "Herman the German" von Michael Binz, "Treffit – Die Verabredung" von Jenni Toivoniemi, "Kalter Kaffee" von Stéphanie Lansaque und François Leroy, "Die Alan-Dimension" von Jac Clinch, "Die Seiltänzer" von Gilles Tillet oder auch "Letzter Aufruf" von Hajna Kis.
(1): Herman the German Kurzfilm von Michael Binz, Deutschland 2015 Herman ist Anfang 50 und einer der dienstältesten Bombenentschärfer Deutschlands. Gern würde er einmal eine dieser klassischen Filmbomben entschärfen, wie man sie aus dem Kino kennt. Doch die einzige Bombe, auf die er regelmäßig trifft, ist die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach einer ärztlichen Untersuchung erfährt Herman, dass er unter dem seltenen Kahnawake-Syndrom leidet, das dafür sorgt, dass bei ihm die Emotion Angst nicht mehr abrufbar ist. Die Ärztin hat für Herman nur einen Rat: Er muss seine Zentralangst finden, um das Furchtzentrum in seinem Kopf zu reaktivieren. Dadurch ist er gezwungen, jede Phobie der Welt auszutesten, um wieder normal zu werden.

(2): Treffit – Die Verabredung Kurzfilm von Jenni Toivoniemi, Finnland 2012 Der 16-jährige Tino muss als Gastgeber bei einem arrangierten Paarungstreffen des prämierten Familienkaters Diablo einspringen. Zwei Frauen – Mutter Lissu und Tochter Mirka – bringen ihre Katze vorbei. Während die Tiere nebenan mit wilden Schreien den Artbestand sichern, halten deren Besitzer bei Kaffee und Kuchen verlegenen Small Talk. Eine nicht ganz stressfreie Situation für Tino, der seiner Rolle als junger Mann gerecht zu werden versucht. Schon peinlich, wenn das Haustier routinierter mit dem anderen Geschlecht ist als man selbst …

(3): Kalter Kaffee Animationsfilm von Stéphanie Lansaque und François Leroy, Frankreich 2015 Saigon, Vietnam. Ein junges Mädchen hilft täglich vor der Schule ihrer Mutter, die an einem Straßenstand eisgekühlten Kaffee verkauft. Völlig unerwartet stirbt die Mutter, und die Tochter ist vom einen Tag auf den anderen gezwungen, den Stand zu übernehmen, um von irgendetwas zu leben. Die brutale Umstellung, die Einsamkeit und der Kummer um den Verlust ihrer Mutter werfen sie nach und nach völlig aus der Bahn.

(4): Die Alan-Dimension Animationsfilm von Jac Clinch, Großbritannien 2016 Alan Brown hat hellseherische Fähigkeiten: Er sieht das Schicksal der Menschheit voraus … ebenso wie sein Frühstück. Seine Frau Wendy allerdings hat es ziemlich satt, mit dem „nächsten Schritt in der kognitiven Evolution“ verheiratet zu sein. Als sie zum wiederholten Mal vergeblich versucht, in das Paralleluniversum vorzudringen, in dem ihr Mann sich befindet, trifft sie eine drastische Entscheidung.

(5): Die Seiltänzer Kurzfilm von Gilles Tillet, Frankreich 2017 Vincent hat den etwas älteren Jean-Christophe schon länger im Auge, und nach einer Wasserschlacht am Strand kommen sie sich schließlich näher und verbringen die Nacht zusammen. Am Morgen muss Vincent feststellen, dass er Jean-Christophe falsch verstanden hat und dieser HIV-positiv ist. Völlig panisch begibt er sich ins nächste Krankenhaus und ist von der Situation eindeutig überfordert. Er bittet Jean-Christophe, bei ihm zu bleiben. Wird er darauf eingehen?

(6): Letzter Aufruf Kurzfilm von Hajna Kis, Ungarn 2017, Erstausstrahlung Aniko Karpati ist 61 Jahre alt und verbringt ihren letzten Tag in Budapest. Sie möchte zu ihrer Tochter ziehen, die ins Ausland ausgewandert ist. Davon erhofft sie sich ein angenehmeres Leben und mehr Nähe zu ihrer Tochter.

(7): No Snow for Christmas Musikclip von Bill Plympton, USA 2017 „No Snow for Christmas“ ist ein satirisches Musikvideo, das die Folgen der globalen Erderwärmung persifliert. Es handelt sich um den bis dato neuesten Film des Animationskünstlers Bill Plympton.

(8): Raisa Kurzfilm von Pavel Cuzuioc, Österreich/Republik Moldau/Rumänien 2016 Republik Moldau: An einem Wintermorgen fährt eine junge Frau, Raisa, in die Stadt, um dort etwas zu suchen, das ihr Leben verändern könnte. In stiller Fahrt folgt die Kamera der Figur, wobei die Identität der Protagonistin zunächst verborgen bleibt. Ein zwielichtiger Wohnraum und rätselhafte Dialoge tragen zu einer unbehaglichen Vagheit bei, die sich erst gegen Ende auflöst. Über allem liegt der Schleier eines Geheimnisses, das den Zuschauer in seinen Bann zieht. Pavel Cuzuiocs ausdrucksstarke, surreale Bildsprache fördert in atmosphärischer Dichte das Unheimliche im Alltäglichen zutage.

(9): All Small Bodies Kurzfilm von Jennifer Reeder, Deutschland/USA 2017 Der Kurzfilm "All Small Bodies" von Jennifer Reeder ist eine feministische Science-Fiction-Adaption des berühmten Märchens "Hänsel und Gretel" der Gebrüder Grimm. In Reeders Version spielen zwei halbwüchsige Mädchen, Z und Bub, das berühmte Geschwisterpaar. Die Hexe ist hier männlich. Jennifer Reeder versteht das Märchen auf einer sehr konkret sexuellen Grundlage. Sie schreibt die Geschichte um, um zu ihrem Kern vorzudringen. Gedreht hat sie acht Tage lang in einem Wald bei Wiesbaden.

Produzent/-in :

Kontrastfilm

Land :

Deutschland

Jahr :

2018

Herkunft :

ZDF