Kurzschluss
30 Jahre Filmfestival Dresden

(6 Min.)
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(1) Das Filmfest Dresden von den Anfängen bis heute (2) Der Berliner Filmexperte und Kinobetreiber Claus Löser und der DDR-Schriftsteller (und heutige Sächsische Landesbeauftragte für Stasiunterlagen) Lutz Rathenow organisieren zusammen das Sonderprogramm auf dem diesjährigen Filmfest Dresden und erklären im Film ihre Sicht auf die 68er in der DDR.

(1): Velodrool
Animationsfilm von Sander Joon, Estland 2015
Die größte Belohnung für einen starken Raucher ist Nikotin. Um es zu bekommen, versucht ein süchtiger Radfahrer ein irrationales Rennen zu gewinnen – ein Rennen, das auf der Kampfbahn eines Teufelskreises stattfindet und in das sich sogar das Publikum auf boshafte Weise einmischt. Ein schwarzhumoriger, Steroid-getränkter Film, der durch den geschickten Einsatz eines rasanten und kühnen Soundtracks, einfacher Linien und geschmeidiger Farbbewegungen eine starke Dynamik entfaltet. Sander Joon studierte an der Estnischen Kunstakademie, wo er 2015 seinen Abschluss machte. „Velodrool“ ist sein Diplomfilm. Er war auf zahlreichen internationalen Festivals zu sehen, darunter 2016 auf dem Trickfilmfestival von Annecy.

(2): Festival: Das Filmfest Dresden von den Anfängen bis heute
Im Jahr 1989 war Jörg Polenz 24, trug Nickelbrille und Parka und wollte die Welt verändern. Seine Welt, das war die DDR. Zusammen mit zwei Freunden, beide ebenfalls Anfang 20 und Cineasten wie er, plante er ein Filmfest in Dresden. Umrahmt wurde das Kinoprogramm von Free Jazz und politischen Debatten. Das Filmfest Dresden war damit aus der Taufe gehoben. Heute, fast 30 Jahre später, gibt es das Festival immer noch. Statt Langfilmen werden heute ausschließlich Kurzfilme gezeigt, das Büro beschäftigt mittlerweile acht fest angestellte Mitarbeiter, statt ein paar Hundert Leuten zählen die Veranstalter jedes Jahr inzwischen mehr als 20.000 Zuschauer. Machart und Themen der Filme sind völlig anders als damals. Die Gründer Jörg Polenz und Andrej Krabbe sowie die jetzige Leiterin Sylke Gottlebe erzählen von ihrem Blick auf das Filmfest.

(3): Kurzinfo: Die gestohlene Revolte – 1968 in der DDR
„Die 68er", das klingt erst einmal nach einer westdeutschen Bewegung: nach Kommunen in Westberlin, nach Rudi Dutschke, nach einer hochexperimentellen Musik-, Literatur- und vor allem auch Filmszene. Doch der Zeitgeist der 68er schwappte über die Mauer und wurde auch im Osten aufgegriffen. Der Berliner Filmexperte und Kinobetreiber Claus Löser und der DDR-Schriftsteller (und heutige Sächsische Landesbeauftragte für Stasiunterlagen) Lutz Rathenow organisieren zusammen das Sonderprogramm auf dem diesjährigen Filmfest Dresden und erklären im Film ihre Sicht auf die 68er in der DDR, den Einfluss des Prager Frühlings auf die ostdeutsche Kulturszene und die politische Weiterentwicklung und Öffnung des Films in dieser Zeit.

(4): First Night
Kurzfilm von Andrei Tanase, Deutschland 2015, Erstausstrahlung
Alex erhält von seinem Vater ein ebenso großzügiges wie peinliches Geschenk: eine Nacht mit einer Prostituierten. Alex ist darauf überhaupt nicht vorbereitet und nicht im Geringsten interessiert. Sein Entsetzen wird noch größer, als er erkennt, dass sein Vater im Nebenzimmer auf ihn wartet und seiner Entjungferung harrt. Alex kann sich daher auf die Bemühungen der verständnisvollen jungen Simona nicht einlassen. Seine Scham und ihre Enttäuschung darüber führen zu einer Katastrophe. Der gebürtige Rumäne Andrei Tanase arbeitet als Drehbuchautor und Filmemacher. Er drehte unter anderem den Kurzfilm „Claudiu and the Fish“.

Land :

Deutschland

Jahr :

2018

Herkunft :

ZDF

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