Re: Alltag für Demenzkranke
Eine Frage der Würde

30 Min.
Verfügbar von 12/09/2018 bis 11/12/2018
Live verfügbar: ja
Untertitel für Gehörlose

1,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz. Vieles schaffen sie nicht mehr alleine, wollen aber so lange wie möglich am normalen Leben teilnehmen. Wie kann das gelingen? 
Einige Kommunen machen vor, wie wir Demenzkranken ein Leben mitten in der Gesellschaft ermöglichen können.

Das baden-württembergische Ostfildern zum Beispiel: Hier ist das Thema Demenz schon lange kein Tabu mehr. So kann die 81-jährige Felicitas Warth weiter auf dem Markt einkaufen gehen, trotz ihrer Krankheit. Die Händler wissen, wie sie mit demenzkranken Menschen umgehen können.
Ostfildern bezieht demenziell erkrankte Menschen bewusst in das Stadtleben ein. Elf bürgerschaftliche Projekte bietet die Kommune an: von der Stadt und den Pflegekassen finanziert, von engagierten Bürgern umgesetzt wie das Mal-Atelier, Sportstunden, Besuchsdienste, Handwerkshilfen oder Tages-Betreuungsdienste.
Teilhabe und Normalität, das wünschen sich die meisten Betroffenen. Im bayerischen Maria-Martha-Stift leben die Bewohner den Alltag, den sie ein Leben lang gewohnt sind, ob mit Haushalt, Fahrradfahren oder spontanen Ausflügen an den nahe gelegenen Bodensee. So kommen auch die Pflegekräfte ab und an in den Genuss leichterer Momente. Eine Win-Win-Situation: Die Mitarbeiter melden sich hier seltener krank als in anderen Pflegeheimen, und die Senioren bleiben länger fit.
„Natürlich ist es nicht schön, eine Demenz zu haben“, sagt Sonja Köpf von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, „aber das Leben ist damit nicht zu Ende. Demenz ist heute noch immer ein Schreckensgespenst für viele. Und wir möchten, dass auch deutlich wird: Auch wenn der Kopf nicht mehr so funktioniert, wie wir das vielleicht gewohnt sind, das Leben dennoch lebenswert ist.“
So kann die letzte Zeit des Lebens bei Demenz aussehen. Eben – eine Frage der Würde.


Land :

Deutschland

Jahr :

2018

Herkunft :

ZDF