Re: Umzug ins Mikrohaus

Antworten auf Europas Wohnungskrise

31 Min.
Verfügbar vom 20/02/2019 bis 20/05/2019

Immer mehr Europäer zieht es in die Städte – dahin wo es Jobs gibt. Doch dort wird Wohnraum knapp, die Mieten explodieren. "Re:" begleitet Menschen, die nach Lösungen suchen – wie Alice Beaulat und Jonas Quack. Ihre Antwort: weniger Raum. Sie kaufen sich ein Tiny-Haus: mit 20 Quadratmetern Wohnfläche, reduziert auf das Wesentliche, aber unabhängig von stetig steigenden Mieten.

Weniger Raum bedeutet auch weniger Ressourcenverbrauch. Für immer mehr Menschen ist es wichtig, dass sie einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck auf der Erde hinterlassen. Alice und Jonas entsorgen ihr Wasser selbst und achten genau darauf, wie viel sie verbrauchen. Wer auf kleinem Raum wohnt, braucht auch deutlich weniger Strom und Heizung. „Es geht uns auch darum, zu überlegen, wie viel Platz brauchen wir wirklich? Wie viel Überflüssiges besitzen wir?“, sagt das Paar aus Freiburg. 2030 werden zwei Drittel der Erdbewohner Städter sein, schätzen Experten. Die Grundstückspreise steigen, Trinkwasser und saubere Luft werden knapp. Es droht eine Ghettobildung, weil nur noch diejenigen in der Stadt wohnen, die es sich leisten können. In Zürich zeigt die Genossenschaft Kalkbreite, dass man bezahlbare Wohnungen mitten in die Stadt bauen kann – mit weniger Luxus und weniger Wohnfläche. Der Däne Kim Loudrup geht noch weiter: Weil es in den Innenstädten eng wird, weicht er einfach aufs Wasser aus. „Urban Rigger“ heißt sein Projekt im Hafen von Kopenhagen: Schwimmende Apartments, die man überall andocken kann, gebaut aus alten Schiffscontainern. Die Uni Kopenhagen hat sie als Wohnheim gemietet — die ersten Studenten sollen dieses Jahr einziehen. Das Ziel: Wohnraum für alle zu schaffen. „Wenn die Studenten, Taxifahrer oder Krankenschwestern – alle, die das öffentliche Leben am Laufen halten, sich keine Unterkunft im Zentrum leisten können, dann bricht das ganze System auseinander“, sagt Kim Loudrup.

Land :

Deutschland

Jahr :

2018

Herkunft :

SWR