Der Geiger von Florenz

83 Min.
Verfügbar von 24/09/2018 bis 23/10/2018 Letzter Tag
Live verfügbar: ja

Die junge Renée liebt ihren Vater und hasst ihre neue Stiefmutter. Als ihr Vater sie zur Besserung in ein Mädchenpensionat steckt, gelingt ihr die Flucht aus dem Schweizer Internat. Verkleidet als Junge, kommt sie nach Florenz und steht dort einem Maler Modell, der eine erfolgreiche Serie von Bildern mit dem vermeintlichen Knaben produziert ...

Der 1926 gedrehte Film ist der zweite, der in der Zusammenarbeit von Paul Czinner und Elisabeth Bergner entstanden ist. Czinner, gebürtiger Wiener, war Anfang der 1920er Jahre nach Berlin gekommen. Dort feierte Elisabeth Bergner als Darstellerin in Shakespeare-Inszenierungen große Erfolge, legendär ist ihre Darstellung der Rosalinde in „Wie es euch gefällt“; damit brillierte sich auch später im Exil in der 1936 entstandenen Verfilmung des Theaterstücks.
Paul Czinner schrieb Elisabeth Bergner die Titelrolle vom „Geiger von Florenz“ sozusagen auf den Leib. In Anlehnung an die Rollenmuster der Verwechslungskomödien von William Shakespeare erfindet er in der Rolle von Renée einen modernen Typus. Mit ihrer knabenhaften Erscheinung war Elisabeth Bergner für Hosenrollen und die Darstellung androgyner Charakter prädestiniert. So wechselt sie auch in diesem Film sehr virtuos die Rollenfächer – vom stürmischen jungen Mädchen, das heimlich in den Vater verliebt ist, über die renitent-provokative Schülerin bis hin zum coolen jungen Mann, der durch Italien trampt und schließlich bei einem Maler unterkommt.
Eine längst fällige Wiederentdeckung ist dieser Film, der nach langen Jahren wieder in einer vollständigen Fassung vorliegt. Dazu schrieb der Frankfurter Musiker und Komponist Uwe Dierksen eine vielstimmige Ensemblemusik, die elegant und mit einem Schuss Ironie zwischen den verschiedenen Musik-Genres changiert. Ihre gefeierte Uraufführung erlebten die restaurierte Filmfassung und neu komponierte Musik auf den Ufa-Filmnächten 2018 in Berlin.


Kamera :

Otto Kanturek
Adolf Schlasy
Arpad Viragh

Musik :

Giuseppe Becce

Produktion :

UFA

Produzent/-in :

Erich Pommer

Regie :

Paul Czinner

Drehbuch :

Paul Czinner

Mit :

Walter Rilla (Maler)
Elisabeth Bergner (Renée)
Conrad Veidt (Vater)
Nora Gregor (Stiefmutter)
Grete Mosheim (Schwester des Malers)

Szenenbild / Bauten :

Erich Czerwonski

Land :

Deutschland

Jahr :

1926

Herkunft :

ZDF