Der blaue Express

2 Min.
Verfügbar: vom 15. November 2017 bis zum 22. November 2017 Letzter Tag
1920: In einem von China in die Sowjetunion fahrenden Expresszug herrscht die übliche Aufteilung in drei Klassen. Zwei westeuropäische Männer haben es auf ein Mädchen der untersten Klasse abgesehen, das in einer Rauferei schließlich zu Tode kommt ... - Regisseur Ilja Trauberg folgte bei der Inszenierung dieses Revolutionsdramas (1929) bewusst dem Vorbild Sergej M. Eisensteins.
1920: Ein Expresszug fährt von China in die Sowjetunion. Darin sitzen Männer und Frauen unterschiedlichen Standes. In der ersten Klasse reist der britische Gesandte mit Missionaren und Unternehmern. In der zweiten Klasse sind Bürger, Akademiker und Handelsvertreter unterwegs, in der dritten Klasse reist das Proletariat. Als dort ein Mädchen Opfer sexueller Übergriffe wird, entwickelt sich aus dem Handgemenge eine Revolte, bei der sich chinesische Tagelöhner gegen korrupte Generäle und Waffenschieber erheben. "Der blaue Express" war ursprünglich als Stummfilm gedreht worden und kam ab 1930 auch als Tonfilm in die Kinos. In Deutschland war Edmund Meisel, der die legendäre Premierenmusik für "Panzerkreuzer Potemkin" geschrieben hatte, für die Vertonung verantwortlich. Edmund Meisel (1894-1930) gilt als der große Neuerer der Stummfilm-Musik, der Filmen durch die Verschmelzung von Musik und Bildschnitt eine bezwingende Wirkung gab. Er schuf den Sound epochaler Werke der Film- und Theatergeschichte der 1920er Jahre, unter anderem für "Berlin - die Symphonie der Großstadt" (1927) und "Oktober" (1928). Seine Ausdrucksmittel hatte Meisel an der Berliner Volksbühne fürs Politische Theater von Erwin Piscator entwickelt. Er experimentierte mit neuen Technologien der Musikbegleitung, schrieb 14 Bühnenmusiken und zehn Filmmusiken, er dirigierte, machte Hörspiele und Plattenaufnahmen. Die Filmmusik für "Der blaue Express" ist sein künstlerisches Vermächtnis; Edmund Meisel starb kurz nach der Studio-Einspielung im November 1930 – mit ihm hatte die Filmwelt einen ihrer produktivsten Komponisten verloren.

Besetzung und Stab

Kamera :

Jurij Stilyanudis
Boris Khrennikovy

Musik :

Edmund Meisel

Produktion :

Sovkino-Studio

Regie :

Il'ja Trauberg

Drehbuch :

Il'ja Trauberg
Leonid Ijerichonow

Darsteller :

Jakow Gudkin
Chai Wan Sen
Chu Chai Wan
Iwan Saweljew
San Bo Yan
Sergej Minin
Chiang Kai

Autor :

Sergej Tre'jakow

Szenenbild / Bauten :

Moissei Lewin
Boris Dubrovsky-Eshke

Land :

Russland

Jahr :

1929