Bon Iver im Cork Opera House

75 Min.
Verfügbar: 30/10/2017 bis zum 14/02/2018
Bekannt wurden der US-amerikanische Justin Vernon und sein Singer-Songwriter-Projekt mit intimen Melodien und engelhaftem Gesang. Nun hat er sich einer breiter aufgestellten Popmusik mit Elektro-Einschlag zugewandt, die sich durch schwerelose Harmonien und einen Hauch von Melancholie auszeichnet.
Dass der Name Bon Iver (ausgesprochen wie französisch „bon hiver“ – guter Winter) Assoziationen an ein heimeliges Herdfeuer im kalten Winter weckt, kommt nicht von ungefähr – zumindest wenn man sich die Entstehungsgeschickte des Stücks For Emma, Forever Ago vor Augen führt: Damals, 2007, hatte sich Justin Vernon auf eine einsame Hütte in Wisconsin zurückgezogen, um das Scheitern einer Liebesbeziehung zu verarbeiten.
Seine folkigen Kompositionen stießen bei der Kritik auf einhelliges Lob und wurden dank „Grey’s Anatomy“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Kein Wunder, schließlich passt ihr melodramatischer Grundtenor hervorragend zu der US-amerikanischen Kultserie. Doch auf diesen Lorbeeren mochte sich Bon Iver nicht ausruhen: 2011 brach Vernon auf seinem zweiten Album Bon Iver mit der Schlichtheit, die ihn zum Erfolg geführt hatte, und stellte seine eindringliche Kopfstimme in den Dienst einer atmosphärisch dichten, ausgeklügelten Produktion, mit der er die Zuhörer auf eine Reise durch Zeit und Raum entführt.
Nach verschiedenen Projekten mit James Blake, Frank Ocean und Kanye West nahm Bon Iver eine musikalische Auszeit. Doch 2016 war er wieder da und feierte mit seinem Album 22, a Million – einer faszinierenden Verbindung aus Folk, Elektro und Pop –  ein unerwartetes Comeback. Das abstrakte und metallisch-kühle Werk greift auf Hilfsmittel wie Vocoder und Geräusche zurück, wirkt dabei jedoch alles andere als aufgesetzt. Unerwartet aber ausgesprochen gelungen.
Konzertmitschnitt vom 15. September 2017  im Cork Opera House.
Foto : Tom ØVerlie, NRK P3

Besetzung und Stab

Produzent/-in :

La Blogothèque

Land :

Frankreich

Jahr :

2017