Es war einmal ... "Wall Street"

54 Min.
Verfügbar: vom 5. November 2017 bis zum 4. Januar 2018
Vor genau dreißig Jahren kam "Wall Street" von Oliver Stone ins Kino. Der Film führt hinter die Kulissen der US-amerikanischen Finanzwelt während der Deregulierung unter Präsident Reagan. Es war die Zeit der hemmungslosen Spekulation und Habgier. In seinem Dokumentarfilm geht Rémi Lainé den Gründen nach, die Stone dazu bewogen, einen fast schon ethnologischen Film zu drehen.
„Wall Street“ von Oliver Stone kam 1987 in die Kinos. Es war Stones fünfter Spielfilm und die erste Fiktion, die auf derart detaillierte Weise die Hochfinanz während der großen Deregulierung der Reagan-Ära unter die Lupe nahm. „Wall Street“ erzählt vom Aufstieg und Fall des Bud Fox, eines der sogenannten Golden Boys, die ehrgeizig, zynisch und zu allem bereit waren, um immer mehr Geld zu scheffeln. Bud Fox stellt sich in den Dienst des Wall-Street-Spekulanten Gordon Gekko, einem Ausbund an Skrupellosigkeit. Doch das Abenteuer, auf das er sich damit einlässt, wird böse enden. In seinem Dokumentarfilm „Es war einmal … Wall Street“ zeigt Filmemacher Rémi Lainé, welch akribische Recherchearbeit Oliver Stone und sein Drehbuchautor Stanley Weiser im New Yorker Börsenmilieu betrieben und welche real existierenden Personen, die damals für Schlagzeilen sorgten und nicht selten vor Gericht landeten, ihnen als Vorbild dienten. Außerdem erklärt die Dokumentation, dass Stone mit „Wall Street“, unmittelbar nach dem oscargekrönten Erfolg von „Platoon“, eine Hommage an seinen verstorbenen Vater drehte, einem Broker, dem Loyalität und Gemeinwohl noch etwas bedeutete. Unter anderem anhand bislang unveröffentlichter Interviews mit Oliver Stone und Michael Douglas wird die ungewöhnliche Geschichte des Films erzählt, der heute längst als Klassiker gilt. Die schonungslose Darstellung der Mechanismen, die in den 80er Jahren die Finanzindustrie zu bestimmen begannen, hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Heute erscheint sie wie ein Warnsignal für die wiederholten Krisen, die dieses System ausgelöst hat, sei es der Börsenkrach im Oktober 1987 – unmittelbar vor dem Kinostart von „Wall Street“ – oder die Subprime-Krise von 2008. Vor allem aber zeigt die Dokumentation, wie Stone, der eigentlich die skrupellosen Finanzhaie anprangern wollte, mit seinem Film ungewollt genau das Gegenteil erreichte: Der habgierige Gordon Gekko wurde zum Vorbild für Generationen von Tradern, Bankern und Investoren, und seine berühmte Rede über die Vorzüge der Gier („Greed is good“ – „Gier ist gut“) wurde Wort für Wort von US-Präsident Donald Trump übernommen.

Besetzung und Stab

Regie :

Rémi Lainé

Land :

Frankreich

Jahr :

2017

Bonus und Ausschnitt

Es war einmal...Wall Street

3 min