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In seinem Film rekonstruiert Regisseur Sergei Loznitsa den stalinistischen Schauprozess gegen die sogenannte Industriepartei im Jahr 1930. Eine Gruppe von Ökonomen wurde beschuldigt, in den 20er Jahren in einer verschwörerischen Verbindung mit dem damaligen französischen Premierminister Raymond Poincaré und anderen Politikern des kapitalistischen Auslands gestanden zu haben.
Moskau, 1930, die Säulenhalle im Haus der Gewerkschaften: Eine Gruppe von Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren wird beschuldigt, in den 20er Jahren in einer verschwörerischen Verbindung mit dem damaligen französischen Premierminister Raymond Poincaré und anderen führenden ausländischen Staatsmännern gestanden zu haben, um die Sowjetmacht zu untergraben und den Kapitalismus einzuführen. Trotz mangelnder Sachbeweise werden die Angeklagten, alle hohe Funktionäre der Sowjetunion, nach erfolterten Geständnissen verurteilt. Der Vorsitzende des Sondergerichts ist Andrej Wyschinski, eine Schlüsselfigur der berüchtigten Schauprozesse und der Stalinschen Säuberungen. Er fordert für diesen vermeintlichen Landesverrat die Todesstrafe. Sergei Loznitsa versetzt den Zuschauer in die Zeit des „Großen Terrors“: Das Stalinregime organisierte damals auf der Grundlage von Verschwörungstheorien „Säuberungswellen“, um politische Gegner zu eliminieren und sich die absolute Macht zu sichern. Exekutiert wurden Wirtschaftswissenschaftler, Offiziere der Armee, Intellektuelle, Schriftsteller und andere Künstler und sogar Minderjährige. Der Dokumentarfilm rekonstruiert anhand von seltenem Archivmaterial einen typischen Schauprozess, inszeniert wie eine Theateraufführung, in der Staatsanwälte, Zeugen, Angeklagte und Richter sich selbst, die sowjetische Öffentlichkeit und die ganze Welt belügen. Dieses Kapitel in der Geschichte der UdSSR unter Stalin gibt einen beispiellosen Einblick in die Entstehung eines mörderischen Regimes.

  • Regie :
    • Sergei Loznitsa
  • Land :
    • Niederlande
  • Jahr :
    • 2018
  • Herkunft :
    • ARTE F

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