Familie Stucky, Müller am Canal Grande

56 Min.
Verfügbar von 16/07/2018 bis 15/09/2018
Live verfügbar: ja
Aufstieg und Niedergang der Stucky-Dynastie: 1841 ließ sich der ursprünglich aus der deutschsprachigen Schweiz stammende Müller Hans Stucky in Venedig nieder. Er kaufte eine Mühle und baute mit viel Fleiß und Zielstrebigkeit ein Unternehmen auf. Im ausgehenden 19. Jahrhundert waren die Stuckys die reichste und mächtigste Familie von Venedig. Wie lange sollte das Glück währen?
An einem Oktobermorgen des Jahres 1941 starb Giancarlo Stucky als letzter Abkömmling einer einst mächtigen Industriellenfamilie in Venedig. In ihren Glanzzeiten besaßen die Stuckys den Palazzo Grassi und eine ständige Loge im Fenice-Theater. Giancarlos Tod nahm kaum jemand zur Kenntnis. Mit ihm erlosch eine Dynastie, deren Aufstieg zu den faszinierendsten europäischen Erfolgsgeschichten des 19. Jahrhunderts zählt. 1841 kam der junge Müller Hans Stucky, der ursprünglich aus der deutschsprachigen Schweiz stammte, nach Venedig, um sein Glück in der Lagunenstadt zu versuchen. Binnen weniger Jahre stieg er zu einem Großunternehmer auf und erwarb mehrere Mühlen. Aus seiner Ehe mit der Venezianerin Domenica ging ein Sohn, Giovanni, hervor, der in das Familienunternehmen einstieg und es zu einem wahren Imperium ausbaute. Giovanni Stucky galt als der mächtigste Mann Venedigs und erwarb 1908 als Krönung seines Erfolgs den Palazzo Grassi. Doch zwei Jahre später wurde Giovanni am Bahnhof von Venedig von einem Mann angegriffen und ermordet. Venedig trauerte um eine seiner großen Figuren. Bei dem Mörder handelte es sich um einen italienischen Anarchisten, einen ehemaligen Angestellten der Mühle. Fortan lagen die Geschicke des Stucky-Unternehmens in den Händen von Giovannis jüngstem Sohn Giancarlo. Doch der hatte nicht die Strebsamkeit und das kaufmännische Geschick seiner Eltern und Großeltern … Der Erste Weltkrieg verschonte auch Venedig nicht. Die Paläste wurden bombardiert, und mit den Geschäften der Stucky-Familie ging es bergab. Die Stucky-Dynastie verdankte ihren Erfolg dem aufstrebenden 19. Jahrhundert und ging in den Wirren des 20. Jahrhunderts unter.

Regie :

Emiland Guillerme
François Rabaté

Land :

Frankreich

Jahr :

2016

Herkunft :

ARTE F