28 Minuten
Der Club (19.01.2018)

43 Min.
Verfügbar von 19/01/2018 bis 19/01/2019
Live verfügbar: ja
Jeden Freitag treffen wir unszu einer Gesprächsrunde mit Intellektuellen über aktuelle Themen der Woche. Heute Abend sind die Philosophin und italienische Abgeordnete Michela Marzano, der Journalist und Schriftsteller Éric Naulleau, der Journalist bei France Culture Brice Couturier und der Karikaturist Erwann Terrier bei uns im Studio zu Gast.
Ein Rückblick auf die beiden wichtigsten Ereignisse der Woche: 

Notre-Dame-des-Landes: Gibt der Staat nach? Nach einem mehrjährigen Konflikt wurde der geplante Bau des Flughafens in Notre-Dame-des-Landes nach der Kabinettssitzung am Mittwoch letztendlich aufgegeben. Die Besetzer der ZAD, die bis zum Ende mobilisiert waren, wurden aufgefordert, die Zone bis zum Frühling zu räumen. Bleibt die Frage, ob der Staat nach der endgültigen Aufgabe des Bauprojekts, das zu den Wahlkampfversprechen Emmanuel Macrons gehörte, noch genug Autorität besitzt und neue Raumplanungsprojekte beschließen kann?

Flüchtlingskrise in Europa: herzliche Einigung unmöglich Nach seinem Besuch am Dienstag in Calais, wo heute noch 400 bis 600 Migranten leben, reiste Präsident Emmanuel Macron nach London, um die Zusammenarbeit mit England in der Flüchtlingsfrage zu verbessern. Die britische Regierung kündigte an, ihre finanzielle Beteiligung für den Grenzschutz in Calais und an der französischen Küste um 44,5 Millionen Pfund, d. h. 50,5 Millionen Euro aufzustocken. Für die Bearbeitung der zahlreichen Asylanträge fordert Emmanuel Macron eine europäische Lösung.

Im Duell der Woche werden Alain Juppé und Laurent Wauquiez gegeneinander antreten. Am Montag kündigte der Bürgermeister von Bordeaux Alain Juppé an, seinen Mitgliedsbeitrag an die Partei Les Républicains nicht mehr zahlen zu wollen, um Abstand zu nehmen. Diese Distanzierung schien Laurent Wauquiez am Tag nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden nicht zu beeindrucken. Anstatt Alain Juppé zurückhalten zu wollen, erklärte er: „Es gibt in der Politik gerade eine Generation, die geht. Und es gibt eine andere Generation, die kommt.“

Nadia Daam wird über den Hashtag #Hawaï berichten, der nach der Falschwarnung vor einer Rakete im Internet kursierte. Die Warnung war den Einwohnern der Inselgruppe aus Versehen übermittelt worden. Bei einer Routineüberprüfung des Systems hat ein Angestellter „auf den falschen Knopf gedrückt“. In den sozialen Netzwerken haben die Internetnutzer ihren Schrecken miteinander geteilt, andere nahmen den Zwischenfall mit Humor.

Claude Askolovitch wird diese Woche die makabre Geschichte einer amerikanischen Familie erzählen, in der dreizehn Geschwister gefangen gehalten und misshandelt wurden. Nach außen hin schien die Familie Turpin glücklich zu sein und teilte ihr Familienglück auch in den sozialen Netzwerken. Hinter dieser Fassade hat die Polizei nun ein Horrorhaus entdeckt, in dem die Kinder ausgehungert und an ihr Bett gekettet waren. Eine 17 Jahre alte Tochter hatte die Behörden alarmiert, nachdem sie es geschafft hatte, mit einem Handy aus dem Haus zu fliehen.

Die internationale Schlagzeile der Woche stammt aus der türkischen, Erdogan nahen Tageszeitung Milliyet (Die Nation) mit folgendem Titel: „Welche Sicherheit für unsere Grenze?“ Eine Antwort auf die von Donald Trump diese Woche angekündigte Einrichtung einer Grenztruppe mit kurdischen Militärangehörigen. Der türkische Präsident Erdogan lehnt die Schaffung dieser Truppe ab und droht damit, sie zu „eliminieren“.

Anschließend wählen die Gäste unserer Gesprächsrunde die Fotos der Woche aus. 

Zum Abschluss beschäftigt sich Aurore Vincenti in ihrer Rubrik „Auf sprachlichen Abwegen“ mit sexistischen Redewendungen der französischen Sprache und ihrer Herkunft. Diese Woche erklärt sie uns die Herkunft des Begriffs „hystérique“ (dt.: hysterisch).


Moderation :

Elisabeth Quin

Land :

Frankreich

Jahr :

2018

Herkunft :

ARTE F